Filme // Review

Drama
USA/2005/104 Min.
Regie
Agnieszka Holland
Darsteller
Diane Kruger
Ed Harris
Matthew Goode
Erscheintermin 5.4.2007
Verleih Concorde
Medium Kino
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amazon.de ab EUR 7,00 // DVD
Halb taub dirigiert Ludwig van Beethoven (Ed Harris) 1824 die Uraufführung seiner neunten Symphonie. Als der Chor mit "Freude schöner Götterfunken" einsetzt, kommen dem Publikum die Tränen. Eine bewegende Szene - aber pure Fiktion. In Wirklichkeit hatte Beethoven 13 Jahre zuvor den Taktstock niedergelegt und konnte sich nur noch mit Konversationsheften verständigen. Agnieszka Holland schummelt in diesem prächtig ausgestatteten Kammerspiel über die letzten Lebensjahre des Komponisten mehr, als dass sie ein Biopic zusammenträgt. Die ehrgeizige Komponistin Anna Holtz (Diane Kruger), die dem bullerigen Beethoven zur Seite steht, hat es nie gegeben. Zuweilen liegt der Fokus ganz auf der lieblichen Kunstemanze, und das Thema des Films gerät gänzlich unkennlich: Vielleicht Menschen, die ihrer Zeit voraus waren? Beethoven war genau das, und Ed Harris vermittelt dies mit brachialer Wucht, wenn er von Inspiration gepeinigt Noten aufs Papier fetzt oder an der Unkonventionalität seiner Großen Fuge scheitert. Schade, dass der Film Beethovens Genie nicht mit seinem musikalischen Umfeld kontrastiert. So findet die Story von der Schönen und dem Biest in einer Seifenblase statt, außerhalb von Gesellschaft und Politik. Wer mehr über den echten Ludwig wissen will, kauft sich lieber ein Buch über ihn oder gleich seine gesammelten Werke. (cor)
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