Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 01/1990
Verlag Rowohlt
Seitenzahl 319 S.
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Kenny, Sohn eines Trinkers, ein rauher, ungeschliffener, nüchterner Melancholiker, und Junie, die androgyne, radikale Tochter reicher Eltern, vereinsamt und selbstzerstörerisch veranlagt, begegnen sich in der Mitte von Nirgendwo, vor der austauschbaren Kulisse einer amerikanischen Vorstadt. Verlieben sie sich ineinander? Schwer zu sagen. Eigentlich wollen sie nur ihrer Vergangenheit entfliehen, ihren Elternhäusern, ihrem Leben. Kenny und Junie führen ein gefährlich wildes, ekstatisches, exzessives Leben, bis an die Grenze und darüber hinaus. Canty porträtiert die Generation X, lakonisch und sinnlich zeichnet er seine beiden Gestalten, die wie zwei Verbannte in einem fremden Land zueinander finden, da sie die Sprache der Gefühle in einer emotional erstarrten Gesellschaft noch verstehen. Was er uns zeigt, ahnten wir vielleicht seit langem: Die Hölle, das ist der Alltag, das ist das tägliche Nichts - und es hat viele Gesichter. (tp)






