Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 01/1990
Verlag Reclam Leipzig
Seitenzahl 318S.
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Ein Prostituiertenmord im Tiergarten ist nichts, was die Berliner Polizei im Jahre 1923 sonderlich erschüttern würde. Und doch wittert die feine Nase Kommissar Dürings Unrat, als die Todesursache ermittelt wirtd: Genickschuss ... Lührs’ Held/Heldin ist aber nicht der Kommissar. Es ist der Transvestit Hendrik, in seinem offiziellen Outfit mit Make-up und Stöckelschuhen als Henny bekannt. Dieses Nachtgewächs war mit der getöteten Nelly befreundet - und lässt sich darauf ein, im Auftrag des englischen Agenten und früheren Geliebten Rowland auf eigene Faust zu ermitteln. Henny ist der Star nicht nur auf der Bühne der "Grünen Spinne", wo sie laszive Chansons vorträgt, sondern der Star ihrer eigenen Welt im Metropolendschungel - als eigenwilliger, genusssüchtiger Mensch in finsteren Zeiten. Lührs schafft ein echtes Großstadtpanorama und zeichnet das Gefälle von rauschenden Ballnächten im "Adlon" zu lichtlosen, dreckigen Hinterhöfen so dicht und bedrückend, wie man es zuletzt zu Zeiten von Fritz Langs Film "M" gesehen hat - und das ist verdammt lang her. (rr)






