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Bücher // Review

Thomas Gunzig
Bewertung
Roman
Erscheintermin 01/2005
Verlag dtv
Seitenzahl 220 S.

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Tod eines Zweisprachigen

Ein namenloser Ich-Erzähler, der sich für einen "echten Fiesling" hält und ohne weiteres "einen Doktorgrad in Sachen Gemeinheit erlangen könnte", liegt ziemlich bald halbtot auf einem Krankenhausbett und hetzt in Erinnerungsbrocken durch einen Krieg im europa der späten 70er-Jahre. Der junge belgische Autor Thomas Gunzig treibt in einem wuchtigen Stil Männlein und Weiblein, Kind und Kegel, Herbeigekommene und Davongelaufene in Blut- und Tränenkämpfe mit Tod und Teufel. Er lässt seine Haupt- und Nebenfiguren morden und metzeln nach Herzenslust und staunend und ohne Rührung geht der Leser mit. Die Brutalität ist von derart zwingender Logik, dass auch der zarter besaitete Leser nicht Einhalt gebieten möchte. Zumal "rebellierende Weisheit" ohnehin einfach abgetan wird, "sie ist etwas für Mönche". In 55 ineinander verschachtelten Kapiteln baut der Autor Spannung auf, mit der er zum Schluss nicht so recht weiß wohin. Und das stört noch nicht einmal. Zu brilliant die Formulierungen, zu kraftvoll die Metaphorik, zu geschickt die Konstruktion, zu wohlig erschaudernd die Lakonie, als dass man nicht weiter lesen möchte. (gg)





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