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Bücher // Review

Felicitas Mayall
Bewertung
Roman
Erscheintermin 08/2005
Verlag Kindler
Seitenzahl 416 S.

Preisvergleich
libri.de EUR 8.99
Wie Krähen im Nebel

In Krimis täuschen oft Action, Exotik, Erotik oder Humor über literarische Schwächen hinweg. Auch gut - aber das hat Felicitas Mayall nicht nötig. Ihre Münchener Kommissarin Laura Gottberg, 44, Mutter zweier Kinder und in einen italienischen Kollegen verliebt, soll den Fall um eine Tote im Zug aus Rom klären. Alles deutet auf Menschenhandel hin. Die Ermittlungen sind spannend, zumal die Atmosphäre schön dicht und düster ist, "in einer Stadt, die im Nebel geschrumpft ist, als wäre der Himmel herunter gefallen." Das Besondere aber ist, wie lebensnah und verständnisvoll Felicitas Mayall nicht nur die Kommissarin, die für ihr eigenes Leben Entscheidungen treffen muss, sondern alle ihre Figuren beschreibt, z. B. die Putzfrau Rosl: "Sie wusste genau, dass die kleine Bierstube der Sammelplatz für Leute war, die im Leben nicht besonders gut zurecht kamen. Es tat ihr manchmal weh, das zu wissen. Weil sie selbst dazu gehörte. Mayall kennt Menschen und Milieus und sie vermag es, Stimmungen und Spannungen zu vermitteln - eine Fähigkeit, die wohl aus ihrer Zeit bei der "Süddeutschen Zeitung" stammt. (cor)




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