// Künstlerportal: Mo Hayder

Bücher // Review

Mo Hayder
Bewertung
Roman
Erscheintermin 09/2005
Verlag Goldmann
Seitenzahl 415 S.

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Tokyo

"Ich starrte eine Ewigkeit auf das, was von ihm übrig war, erstaunt über die Muster - Litzen, Falten und Spiralen - die wie Weihnachtsdekorationen anmuteten ... Wind kam auf und ließ die Schneeflocken wirbeln und wehte das Blut von den Ästen (...). " Wenn es irgendwie möglich ist, einen Manga mit all seinen Facetten, mit der Brutalität und der gleichzeitigen Erotik nicht zu zeichnen, sondern zu schreiben: Mo Hayder hat es geschafft. Ausgehend von dem Massaker, das die Japaner 1937 bei ihrem Einmarsch im chinesischen Nanking anrichteten, wo sie Tausende Zivilisten auf grausamste Weise abschlachteten, zeichnet sie mit ihrem Kalligrafiepinsel eine Geschichte aus dem heutigen Tokio, wo eine englische Studentin die Hintergründe des Völkermordes erforscht. Wie bei den japanischen Filmemachern Miike & Co. bleiben ihre Figuren rätselhaft, die Handlung nimmt immer wieder unerwartete und atemberaubende Wendungen. Aber Vorsicht: Ihre Beschreibungen von dem, was Menschen anderen Menschen antun, brennen sich mit solcher Gewalt auf die innere Netzhaut, dass man sie wohl nie wieder vergisst. (bl)




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