Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 10/2008
Verlag Claassen
Medium Hardcover
Seitenzahl 400 S.
Preisvergleich
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Fans von amüsanter, actionreicher oder leichter Lektüre können sich dieses Buch gleich abschminken. Ist aber nicht weiter schlimm, denn für diese Klientel gibt es ja schon genug billiges Lesefutter. Die Geschichte dieses Buches muss man sich dagegen erkämpfen, sie ergibt sich nicht wehrlos - und ist genau deshalb so berührend. Oya Baydar zeichnet in "Verlorene Worte" ein gefühlvolles Porträt der zerrissenen Gesellschaft in der Türkei, schildert auf sehr persönliche Art die Probleme zwischen Kurden und Türken, zwischen Land- und Stadtbevölkerung und auch zwischen den Menschen innerhalb einer Familie. So wie Mutter und Sohn, die verlernt haben, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist. Oder wie Mann und Frau, die sich in wortlosem Einverständnis voneinander entfremden. Drastische Details und die seelische Zerrissenheit der Protagonisten schmerzen beim Lesen oft fast körperlich, doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Diese schlichte Erkenntnis macht "Verlorene Worte" zu einem der lesenswertesten Romane des Buchherbstes. (es)






