// Künstlerportal: Friedrich Ani

Bücher // Review

Friedrich Ani
Bewertung
Roman
Erscheintermin 09/2009
Verlag Zsolnay
Medium Hardcover
Seitenzahl 288 S.

Preisvergleich
libri.de EUR 2.50
Totsein verjährt nicht

Friedrich Ani ist ein Moralist. Schon in seinen letzten beiden Romanen über den Münchner Ermittler und Ex-Mönch Polonius Fischer ging es Ani eher um das Aufzeigen menschlicher und gesellschaftlicher Abgründe als das lineare Abarbeiten an einem Kriminalfall. Mit "Totsein verjährt nicht" übertrifft der 50-jährige Autor sich jedoch selbst: Nicht nur, dass Fischers Freundin von zwei Jugendlichen drei Tage lang festgehalten und gefoltert wurde, weil der eine dem anderen "das Leben erklären" wollte. Fischer muss auch eine Mutter vernehmen, die ihren fünfjährigen Sohn erdrosselt hat: "Der wollt nicht still sein, wollt mir nicht gehorchen". Und dann ist da noch der eigentliche Fall: das Verschwinden einer 9-Jährigen vor sechs Jahren, für deren Ermordung ein geistig Behinderter verurteilt wurde, obwohl nie eine Leiche gefunden wurde. Fischer zweifelt an der Schuld des Mannes und wühlt den alten Fall zum Ärger seiner Kollegen noch mal auf. Und auch hier begegnet er lauter egoistischen, skrupellosen Menschen ... Man könnte schon den Kopf schütteln über so viel Pessimismus und Schwarzmalerei. Doch leider beschleicht einem beim Lesen nie das Gefühl, eine verzerrte Wahrheit präsentiert zu bekommen. Im Gegenteil, Anis Figuren wirken real, alle drei Szenarien erscheinen durchaus möglich. Sein Protagonist Fischer, dessen Unruhe die Struktur des Romans vorgibt und der fast zerbricht an dem Elend, dass ihm vor Augen geführt wird, ist eher die Ausnahme: Alle anderen leben trotz erdrosseltem Kind und unschuldig Verurteiltem ihr Leben weiter. Ein bisschen erinnert "Totsein verjährt nicht" an eine Tageszeitung: Morgen für Morgen liest man auf unzähligen Seiten vom Chaos auf der Welt - um anschließend hinauszugehen in den Alltag, einzukaufen, arbeiten zu gehen, Freunde zu treffen. (jul)






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