// Künstlerportal: Tobias O. Meißner

Bücher // Review

Tobias O. Meißner
Bewertung
Krimi
Erscheintermin 01/2001
Verlag Eichborn
Seitenzahl 162 S.

Preisvergleich
libri.de EUR 1.00
Todestag

Für die Trägheit der Massen weiß der Attentäter Kain Zwaifel reichlich Belege anzuführen. Ob es die Rechtschreibreform ist oder der saure Regen - immer erscheint ihm der Bürger "zu faul zum Protestieren". Zwaifel entschließt sich daher, ein aktives Zeichen der Auflehnung zu setzen. Er erschießt den Bundeskanzler. Doch das erfährt der Leser von Tobias O. Meißners Roman erst im Rückblick. Es ist die Darstellung von Motiven und Hintergründen im Verhör des Täters, aus der sich die Handlung ergibt. Das Personal ist überschaubar: Neben Zwaifel besteht es aus einem Ermittler, einem Agenten und einem Psychologen. Meißners Anliegen mag es gewesen sein, dem kritischen Gestus der Gegenwartsliteratur zu entsprechen, doch von einem halbwegs facettierten Realismus ist hier wenig übrig geblieben. Trotz eines klaren dramaturgischen Konzepts vertraut der 1967 geborene Autor zu sehr auf Generalisierungen und Gemeinplätze. Und das sind bekannntermaßen die Verwandten des Vorurteils. (ft)




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