Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 12/2010
Verlag Hanser
Medium Hardcover
Seitenzahl 480 S.
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libri.de EUR 1.69
Man nehme eine an Komplexität kaum zu überbietende erzählerische Komposition, verzichte auf jede Interpunktion und thematisiere die Anschläge von 9/11 sowie den darauf folgenden "War on Terror " - und erhalte den neuen Roman von Thomas Lehr. Was sich anhört wie der furchtbar angestrengte künstlerische Kraftakt eines zu Höherem berufenen Schriftstellers, entpuppt sich schnell als einer der lesenswertesten Romane der Saison. Kunstvoll verschränkt, erzählt Thomas Lehr die Geschichte von zwei Paaren, zwei Vätern, die beide eine Tochter verlieren. Der in den USA lehrende Germanistikprofessor Martin, dessen Tochter bei den Anschlägen auf das World Trade Center ums Leben kommt, und der irakische Arzt Tarik, der zusieht, wie seine Tochter 2004 bei einem Selbstmordanschlag in Bagdad stirbt. Die Perspektiven dieser Personen vereint Thomas Lehr zu einem vielstimmigen, erzählerischen Strom ohne Punkt und Komma, der - hat man sich an den ganz eigenen Rhythmus gewöhnt - eine absolut intensive und manchmal geradezu hypnotische Wirkung entfaltet. Ein anstrengendes Buch, ja, aber gleichzeitig eines, das fasziniert, inspiriert und bereichert. (un)






