// Künstlerportal: Paul Harding

Bücher // Review

Paul Harding
Bewertung
Roman
Erscheintermin 11/2011
Verlag Luchterhand
Medium Hardcover
Seitenzahl 192 S.

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Tinkers

Manchmal, nein, eigentlich ständig, verirrt man sich in Paul Hardings feinste Feinheiten beschreibenden Schachtelsätzen. Das kann man zu anstrengend finden, macht man sich aber die Mühe, ein zweites Mal mit voller Konzentration zu lesen, kommt man in den Genuss beachtlicher, ruhiger Erzählkunst. Diese arbeitet in "Tinkers" nicht nur zeitlos wirkende Psychogramme ihrer Hauptfiguren heraus. Sie bietet auch ein poetisches, beklagenswertes Bild einer Familie, in denen immer wieder Einzelne scheiterten. Angelpunkt ist der im Sterbebett liegende George, dem die prägendsten Ereignisse seines Lebens wie in einem Mixer püriert durch den Kopf wabern. Heraus kommt ein Bild seines Alters, in dem George seine Liebe zu Uhren entdeckt und sich daraus neue geistige Horizonte erschließt. Und ein Bild seiner Jugend, in der sein an Epilepsie erkrankter, als fahrender Händler tätiger Vater die Familie im Stich ließ. Gerade hier lassen sich die eindringlichsten Passagen von "Tinkers" finden. Wenn Harding seine Charaktere auf Fluchten und Reisen schickt, ist man dabei. Indem man ergriffen ist von der schwermütigen Poesie. Oder indem man selbst eine Gedankenflucht unternimmt. (ml)





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