Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 01/2002
Verlag Picus
Seitenzahl 232 S.
Preisvergleich
libri.de EUR 2.95
Es gibt spannende Krimis. Und es gibt Krimis, die sind überhaupt nicht spannend, leben aber von der genauen Zeichnung eines Ambientes. Das kann dann sozialkritisch werden, liebevoll, komisch und was weiß ich noch alles, auf jeden Fall hebt das auch einen unspannenden Krimi noch über die Schwelle zur gelungenen Literatur. Und es gibt Krimis, die verzweifelt versuchen, ein Ambiente zu zeichnen, dabei aber nie über die Aneinanderreihung von Klischees hinauskommen. René Freunds "Wiener Theaterblut" ist so einer: Eine junge Schauspielerin wird ermordet, der Ich-Erzähler verdächtigt - ein Dramaturgieassistent, der das Theater hasst. Und während einen die Suche nach dem Mörder eigentlich vollkommen kalt lässt, fallen Sätze wie: "Ich dachte an ihre schönen Brüste, an denen sich alsbald die Würmer delektieren würden." Klar, der Schauplatz ist Wien, da muss man wohl so was denken. "Ach, mir ist so fad", möchte man diesen lächerlichen Figuren zurufen, die Donau vor sich hinsuppen lassen und einen Palatschinken essen. Und sich nicht weiter ärgern, was es doch für blöde Bücher gibt. (fis)






