Bücher // Review

Roman
Erscheintermin 12/2002
Verlag Klett-Cotta
Seitenzahl 150 S.
Preisvergleich
libri.de EUR 4.50
Patrícia Melo hatte mit "O Matador" und "Wer lügt gewinnt" großen Erfolg (siehe Buchportal in kulturnews.de). Grund genug für den Klett-Cotta-Verlag, nun auch Melos Debüt aus dem Jahr 1994 herauszugeben. Das Werk zerfällt in zwei scheinbar nicht zusammengehörige Teile: Die erste Hälfte wird aus der Ich-Perspektive einer Frau erzählt, die in ihrem Lebensgefährten einen Sexual-Mörder sieht. Grundlos? Eine paranoide Irre? Melo schreibt diesen Teil des Buches in einem durchaus avantgardistischen Stil: journalistisch knapp, aggressiv mit cineastischen Verweisen und schnellen Zeitwechseln. Nicht immer sind ihre Beschreibungen gelungen. Da gibt es "graubraune" Kommissare mit "Krötenaugen" oder "dehydrierten Oralverkehr". Das ist arg gewollt. Im zweiten Teil erzählt ein überangepasster, unscheinbarer, dabei versteckt aggressiver Kanzleischreiber aus seiner verzerrten, von Gewaltfantasien beherrschten Alltagsperspektive. Ein harmloser Mitbürger? Hier ist Melos Stil ganz anders: ruhig, bedächtig, unspektakulär. Dieser Kontrast hat seinen Reiz. Empfehlenswert ist dieser (Kriminal-)Roman vor allem ausgemachten Literatur-Gourmets. (sam)
Bücher // Reviews
- Inferno (2003)
- Wer lügt gewinnt






