Bücher // Review

Sachbuch
Erscheintermin 01/2003
Verlag Deuticke (Residenz Verlag)
Seitenzahl 220 S.
Preisvergleich
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FAS-Redakteur Georg Diez ist einer der wenigen Journalisten, der die ausschweifend-begeisterte Pop-Reportage genauso beherrscht wie die nüchtern-seriöse Theaterkritik. Vielleicht die beste Voraussetzung für eine Biografie des Ex-Basketballstars und heutigen Regiewunders Martin Kusej: Sicher ist es wichtig, welche Stücke Kusej bisher inszeniert hat (ein Schwerpunkt liegt bei Horváth) und wie diese Inszenierungen aussahen (düster), sicher ist es wichtig, zu erfahren, mit wem Kusej bisher zusammen arbeitete (unter anderem zählt er zu den zentralen Figuren in Friedrich Schirmers Stuttgarter Staatstheater). Aber wichtiger ist ihm der genaue Blick auf Kusejs Art zu sprechen und eine Beschreibung von Kusejs Haus, an einen Berg im hintersten Kärnten geklammert. Über diesen Weg kommt Diez zu seiner These, Kusejs Theater stelle eine "Gegenheimat" dar: ein Kärnten jenseits der Postkarten-Alpen und jenseits Jörg Haiders. Wie sich diese "Gegenheimat" in Kusejs Theater der Illusionslosigkeit niederschlägt, zeigt Diez’ Biografie. Wenn er aber Kusej zum politischen Regisseur adelt, gerät er ins Schwimmen: Was sollte Kusejs Pessimismus im politischen anderes sein als Konservatismus? Und die Frage, ob hier ein intelligenter Rechter an Haider und Heimattümelei verzweifelt, die stellt Diez nicht. Dazu ist er Kusej viel zu nahe gekommen. (fis)






