

So machen das die Briten manchmal: behalten den guten Kram einfach für sich. Das Debüt das Trashfricklers Calvin Harris konnte man auf der Insel schon im Sommer 2007 bekommen. Aber MySpace kennt keine Grenzen, und wer von Kylie Minogue als Koproduzent ins Studio gebeten wird, hat seinen Status als Geheimtipp endgültig eingebüßt. Das kann Clubgängern mit Hunger nach ungeschliffenem Amigasound und dem Bekenntnis zu Disco nur Recht sein. Für die Tanzfläche sind Songs wie "The Girls" und "Acceptable in the 80s", die an Just Jack erinnern, auch unbestreitbar hitverdächtig. Trotzdem sollte das Album mit dem Warnhinweis "Don't try this at home" versehen werden. Denn so erfrischend die gewollt tumben Beats und so charmant Harris' unausgefeilter Gesang auf der Kurzstrecke auch sind, so öde ist das Konzept auf Albumlänge. Gähnend langweilig oder genial: Bei Calvin Harris ist das nur eine Frage der Dosierung. (kab)


