Der Plan // Story
Schludrige Strippenzieher
Von Jürgen Wittner
Der New Yorker Kongressabgeordnete David Morris (Matt Damon) ist auf dem besten Weg, Senator zu werden. Da trifft er in der Herrentoilette auf Elisa Sellas (Emiliy Blunt), und es rumst: Liebe auf den ersten Dialog. Doch nicht nur sein Leben ist erschüttert, auch andere drehen plötzlich am Rad. Ein Mann mit Hut hat ein bisschen gepennt, und plötzlich werden überall viele weitere seltsame Männer mit Hut aktiv. Ihr einziges Ziel: David darf Elisa nie mehr sehen. Doch so einfach ist das nicht, denn plötzlich steht die Welt still, und David schaut hinter die große Fassade, die sein Leben darstellt. David ist erwacht - und wird gejagt. Er lernt, durch die richtigen Türen zu gehen und so das Prinzip wenn schon nicht der Zeit, so doch des Raums außer Kraft zu setzen.
George Nolfis Erstlingswerk ist die Verfilmung einer Erzählung von Philip K. Dick, eine wunderbare Liebesgeschichte und ein verrücktes Statement für den freien Willen. Am Ende will man nur noch wissen: Wer ist der chairman? Wer ist für alles, was geschieht, verantwortlich?
Fast ohne Spezialeffekte erreicht "Der Plan" ein Spannungsniveau, das dem des thematisch ähnlichen "Matrix" ähnelt, ohne allerdings dessen philosophische Bedeutungshuberei zu imitieren. Stattdessen waltet eine genau dosierte Portion Ironie, die dem Film seinen Charme verleiht. So hat David überhaupt erst eine Chance, weil bei den übermächtigen Sachverwaltern des Plans eine sympathische Neigung zum Schludern waltet.
Das Überraschende des Films aber ist sein Blick hinter die Kulissen der Welt. Hier gibt es keine Verkabelung des Menschen an einen übermächtigen Computer, keine digitale Matrix. Der Mensch wird gesteuert, indem seine Laufwege überwacht werden: Keiner darf zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Dass diese Kontrolle einen hohen Personalstand der Überwacher notwendig macht, ist eines der Elemente des Films, die sich selbst nicht zu ernst nehmen. Vor allem diese Neigung zum leicht Uneigentlichen macht den Film so unbeschwert.
Obwohl Science Fiction, ist "Der Plan" im Grunde ein Liebesfilm. Er brilliert mit wunderbaren Anbaggerszenarien, mit Liebesschwüren, die fast alle (bewusst) gebrochen werden und mit einer Leichtigkeit der Dialoge, die aus ihrer Komik entsteht. Vor allem aber: "Der Plan" ist die bisher optimistischste Philip-K.-Dick-Verfilmung - auch wenn das angesichts früherer, durch und durch ernster Adaptionen wie "Blade Runner" oder "Minority Report" auch nicht so schwer ist.
Der Plan startet am 10. März.
24.02.2011







