// Künstlerportal: Casper

Casper // Story

Casper

Mut zum Neuen

Der 29-jährige Casper hat das Deutschrapalbum des Jahres vorgelegt. Dafür musste er am harten Berliner Winter fast zugrunde gehen.

Interview: Mark Heywinkel

Gefunden in

kulturnews: Casper, du bist von Bielefeld nach Berlin gezogen. Konntest du eine Überplatte wie "Xoxo" nur in der Hauptstadt machen?
Casper: Ich musste wohl erst mal dieses Gefühl durchleben, das ich hatte, als ich nach Berlin gezogen bin. Das war im Winter, und ich bin darauf überhaupt nicht klargekommen. Berlin ist im Winter die hässlichste Stadt auf Erden. Ich habe zum ersten Mal allein in einer Wohnung gewohnt, mich richtig eingeigelt und die Entscheidung ewig lang verflucht, dahin gezogen zu sein. Die Platte beschreibt viele dieser Momente, dass alles ganz scheiße ist und man sich selbst Mut zureden muss.

kulturnews: Kannst du eigentlich ein Instrument spielen?
Casper: Nö. Die Texte schreibe ich selbst, da schreibt keiner mit. Aber an der Musik bin ich ansonsten nicht beteiligt, weil ich weder ein Instrument spielen noch produzieren noch an diesen Computern und Keyboards rumspielen kann. Das ist alles überhaupt nicht meins. Aber ich saß im Studio wie ein Hund vorm Ventilator und habe ziemlich genaue Anweisungen gegeben: Du musst jetzt hier so bimbedimbedim einsetzen! Und dann hat mich mein Produzent ganz oft erst nur fragend angeguckt, aber am Ende haben wir dann genau meine Ideen umgesetzt. Die ganze musikalische Aufmachung, die Stimmung, das Artwork - das kommt alles von mir.

kulturnews: Während der Produktion muss ein unglaublicher Druck auf dir als Alleinentscheider gelastet haben.
Casper: Klar, ich hatte total Angst. Jeder einzelne Song ist ein wahnsinniger Kampf gewesen, weil ich immer wieder Dinge gemacht habe, die es so noch nie gegeben hatte. Das war gleichzeitig Fluch und Segen. Auf der einen Seite konnten wir sagen: Egal, was aus dem allen hier wird, es wird auf jeden Fall seine Berechtigung haben, weil es etwas ganz Neues ist. Der Fluch war, dass ich nie wusste, wann dieses Neue fertig ist.

kulturnews: Inzwischen bist du fertig, und scheinbar alle können sich auf dich einigen. Verändern sich deine Konzerte dadurch?
Casper: Es gab immer schon Leute aus dem Raplager und daneben typische Indie- und Hardcorekids. Mein Publikum ist also schon immer krass durchmischt gewesen. Und das wird auch so bleiben.

01.10.2011

Weitere Storys


Zugabe

Mörderische Verlosung: Die „Morgenstern“-Hörspielserie

Ticketshop


festival+

Das Magazin als PDF zum Durchblättern

kulturnews // präsentiert



Soja

kulturnews

Das Magazin als PDF zum Durchblättern