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Curtis Stigers // Story

Curtis Stigers
Foto: Mark Lazell

Das vertraute Fremde

Der amerikanische Sänger Curtis Stigers verehrt Bob Dylan. Treffen will er sein Idol aber keinesfalls …

Interview: Dagmar Leischow

Gefunden in

kulturnews: Curtis, du sagst, durch deine Erfahrung im Popgeschäft seist du ein besserer Jazzsänger geworden ...
Curtis Stigers: Korrekt. Früher war ich ein richtiger Poser. Mit jedem Ton wollte ich mich als bester Sänger der Welt behaupten. Von dieser Idee bin ich längst abgerückt. Bei der Aufnahme meiner CD "Let's go out tonight" galt das Motto: Weniger ist mehr. Ich würde meinen Gesang als fast intim bezeichnen. Er war quasi Mittel zum Zweck, um eine Geschichte zu erzählen. Dabei stand die Stimmung der Lieder im Vordergrund, nicht ich selbst.

kulturnews: Heißt das, dein alter Hit "I wonder why" ist dir aus heutiger Sicht zu pathetisch?
Stigers: Ich interpretiere ihn ja jetzt ganz anders. Musikalisch habe ich ihn auf das Jazztrio zugeschnitten, mit dem ich während meiner Tourneen aufzutreten pflege. Das war eine recht kniffelige Angelegenheit. Ich musste das Stück in seine Einzelteile zerlegen und neu montieren. So gehe ich übrigens auch vor, wenn ich mir die Titel meiner Kollegen zu eigen machen will.

kulturnews: Einerseits gibt es auf deinem neuen Album bloß Coversongs, andererseits bezeichnest du dieses Werk als extrem persönlich. Wie passt das zusammen?
Stigers: Na ja, jede einzelne Nummer lässt sich irgendwie auf mein Leben beziehen. In Steve Earles "Goodbye" etwa blickt ein Mann total geknickt auf das Scheitern seiner Beziehung zurück. Nach meiner Scheidung kann ich dieses Gefühl nur zu gut nachvollziehen. Ich habe das Ende meiner Ehe wirklich bereut.

kulturnews: War deshalb Bob Dylans "Things have changed" ein Muss ...?
Stigers: Mein Produzent Larry Klein hat mir dieses Lied vorgeschlagen. Zunächst konnte ich damit überhaupt nichts anfangen. Ich fand diese verrückte Beatnik-Erzählstruktur äußerst seltsam. Aber mit der Zeit habe ich mich dann doch reingefühlt. Geduld hilft immer bei Dylans Texten. Je länger man sie auf sich wirken lässt, desto mehr entdeckt man in ihnen. Bob ist eben ein Meister des Tiefgangs.

kulturnews: Bist du ihm schon mal begegnet?
Stigers: Nein. Ein Idol zu treffen. finde ich riskant. Am Ende wäre ich eventuell enttäuscht, weil Bob Dylan gar nicht meinen Erwartungen entsprechen würde. Deshalb himmle ich ihn lieber aus der Ferne an. So wird er mir ein ewiges Rätsel bleiben. Wie ein Gott.

18. 5. Darmstadt Centralstation
19. 5. Mainz Frankfurter Hof
21. 5. Hannover Jazzclub
22. 5. Berlin Postbahnhof
23. 5. Kiel Kulturforum
25. 5. Hamburg Elbjazz Festival
26. 5. Bremen Schlachthof
27. 5. Krefeld Kulturfabrik
28. 5. Dortmund Domicil

29.03.2012


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