// Künstlerportal: Caroline Henderson

Caroline Henderson // Story

Caroline Henderson
Foto: Stephen Freiheit

"Wo ich gerade bin"

Die dänische Jazzsängerin Caroline Henderson wäre ein ideales Bondgirl. Das gilt auch musikalisch.

Interview: Dagmar Leischow

Gefunden in

kulturnews: Caroline, dein Song "The evil Eye" würde perfekt in einen James-Bond-Streifen passen. Caroline Henderson: Filmmusik hat tatsächlich großen Einfluss auf mich. Vor allem den Komponisten John Berry bewundere ich. Oder diese alten Soundtracks der großen Hollywoodproduktionen aus den 30er und 40er Jahren.

kulturnews: Für mich klingen deine Lieder nostalgisch. Henderson: Da muss ich widersprechen ... Ich höre alles von Jazz über Klassik bis zu modernem Rock und HipHop. Jedes dieser Genres fasziniert mich irgendwie. Also bastele ich mir aus unterschiedlichen Versatzstücken etwas Eigenes zusammen.

kulturnews: Wobei dich die US-Jazzszene stärker prägt als die skandinavische, oder? Henderson: Schwer zu sagen. Tatsache ist: Die Wurzeln des Jazz liegen in den USA. In Nordeuropa werden sie quasi anders dekliniert. Diese Entwicklung interessiert mich sehr. Deshalb beschäftige ich mich recht intensiv mit nordischer Musik.

kulturnews: Wie hast du Jazz überhaupt für dich entdeckt? Henderson: Mein Vater war Jazzschlagzeuger. Er hat mir Miles Davis, Billie Holiday oder Ella Fitzgerald vorgespielt - was ich als Kind allerdings nicht zu schätzen wusste. Damals fand ich moderne Songs viel cooler.

kulturnews: Und darum hast du erst mal ein Popalbum aufgenommen? Henderson: Ach, als ich mein Debüt 1995 veröffentlicht habe, hielt ich mich für eine Popkünstlerin. Aber im Grunde war meine Musik schon damals jazzig. Schließlich habe ich mich radikal an Massive Attack und Björk orientiert. Offiziell bin ich aber erst mit 40 zum Jazz gewechselt.

kulturnews: Dafür scheust du jetzt kein Experiment - und singst den "Trilingual Love Song" gleich dreisprachig. Henderson: Weil ich in Stockholm geboren wurde, ist Schwedisch meine Muttersprache. Mit Englisch bin ich nach meinem Umzug in die USA aufgewachsen. Heute lebe ich in Kopenhagen und spreche meist Dänisch. Meine Sprachkenntnisse in einer Nummer zu vereinigen, hielt ich einfach für eine lustige Idee.

kulturnews: Bist du jemand, der ständig zwischen den Kulturen steht? Henderson: Nicht mehr. Wo ich gerade bin, da ist mein Zuhause.

"Jazz, Love & Henderson" erscheint Mitte April.

kulturnews präsentiert
17. 5. Elmau, Schloss Elmau
18. 5. Kassel, Theaterstübchen
19. 5. Hannover, Jazzclub Hannover
20. 5. Hamburg, Stage Club
22. 5. Berlin, blueroom Pfefferberg
23. 5. Dresden, Societaetstheater
24. 5. München, Unterfahrt
27. 5. Freiburg, Jazzhaus
29. 5. Stuttgart, BIX Jazzhaus
30. 5. Dortmund, domicil
31. 5. Mainz, Frankfurter Hof

29.03.2012


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