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Kettcar
Foto: Andreas Hornoff

Neuer Mut

Kettcar haben sich endgültig von ihrer Vergangenheit befreit: Bläser, Streicher und Klavier statt Gitarren. Sänger Marcus Wiebusch stellt sich trotzdem auf die immergleichen Vorwürfe ein.

Interview: Carsten Schrader

Gefunden in

kulturnews: Marcus, war der Ausgangspunkt für euer neues Album, dass ihr eures angestammten Indierocks müde wart?
Marcus Wiebusch: Ja, denn natürlich interessieren uns Kategorien wie Indierock einen Dreck. Wir haben ja auch vorher schon Songs wie "Balu" geschrieben, die man nicht unbedingt in einem solchen Kosmos erwartet. Und beim neuen Album "Zwischen den Runden" haben wir jetzt mit der größtmöglichen Offenheit neue Songs aufgenommen.

kulturnews: Hat euch die Akustiktour gezeigt, wie eine solche Befreiung aussehen könnte?
Wiebusch: Unterbewusst bestimmt. Wir haben unsere Hemmschwelle vor Streicherarrangements verloren, weil wir die Streicher ja zusammen mit dem Arrangeur selber gestaltet haben. Diese Tour war für uns ein ganz großer Erfolg, weil wir in bestuhlten Locations mit ganz ruhigen Versionen unserer alten Songs bestanden haben. Das daraus gewonnene Selbstvertrauen war sicherlich nicht unbeteiligt daran, dass ich Songs wie "Nach Süden" oder "Weil ich es niemals so oft sagen werde" geschrieben habe.

kulturnews: Hat es Mut gekostet, sich nicht mehr hinter den Gitarren zu verstecken?
Wiebusch: Vielleicht ist es mutig, und vielleicht können wir uns auch nicht mehr verstecken, aber wir haben jetzt auch ein anderes Selbstbewusstsein. Die Leute haben vielleicht auch jahrelang unterschätzt, dass wir auch das Talent dazu haben, eine Platte wie "Zwischen den Runden" zu machen. Wir werden immer weiter versuchen, uns stückweise neu zu erfinden. Natürlich wird es auch heute noch Leute geben, die behaupten, wir seien befindlichkeitsfixiert und machen Kumpelrock, aber darüber mag ich gar nicht mehr diskutieren. Ich kann nur sagen, dass ich das immer weniger verstehe.

kulturnews: Dann steigt ihr also wieder mit Streicherquartett auf die Bühne?
Wiebusch: Nö, das steht momentan nicht zur Debatte. Uns ist völlig bewusst, dass die Leute ein Potpourri der guten Laune aus allen unseren Alben hören wollen. Und ich finde es einfach komisch, die Streicher für einen Block von vier oder fünf Songs auf der Bühne zu haben und sie dann wieder nach Hause zu schicken. Lieber kündigen wir wieder mal eine Akustiktour an, bei der wir dann nur in diesem Format spielen.


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Greenville Festival
Mit Kettcar u. a., 27.-30. 7. Paaren/Glien (bei Berlin)

26.04.2012

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