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Edo Zanki // Story

Edo Zanki
Foto: Christian Ernst

Swingsang aus dem Süden

Ein von Edo Zanki geleitetes All-Star-Projekt zeigt dem Rest der Republik, dass das Ländle musikalisch mehr als nur ein Wörtle mitzureden hat.

Interview: Carsten Beckmann

Gefunden in

kulturnews: Herr Zanki, mit Gregor Meyle und Max Mutzke eröffnen zwei Castingshowtalente das Album. Hätten Sie als junger Künstler so etwas auch gemacht?
Edo Zanki: Nein, vermutlich nicht - obwohl: Als junger Künstler hatte ich keine Ahnung vom Geschäft, und vielleicht hätte ich mich doch hinreißen lassen. Gregor und Max sind noch zu einer Zeit bekannt geworden, als die Castingformate harmlos waren. Da konnte auch ein Künstler mit einer individuellen Note auf diesem Weg etwas werden. Egal, wie gut gemeint oder gut gemacht heute die Shows sind: Sie haben schon bei der Aufzeichnung ein Verfalldatum - die nächste Staffel.

kulturnews: Das Album ist ein Geburtstagsgeschenk zum 60. für das Bundesland, in dem Sie von Kindesbeinen an leben.
Zanki: Ich bin weit davon entfernt, einem Bundesland ein Geschenk machen zu wollen. Ich kann Baden-Württemberg nicht lieben, aber ich schätze das Wirgefühl unter den Künstlern hier. Und wir finanzieren mit dem Erlös des Albums ein Stipendium der Popakademie.

kulturnews: Man hört deutlich heraus, dass durchaus nicht allen vertretenen Sängern der Swing in die Wiege gelegt wurde. Worin liegt die Herausforderung für einen Künstler, wenn er sich in die Hände einer Big Band begibt?
Zanki: Keiner hat sich in die Hände der Big Band begeben - jeder hat seine eigene Wahl getroffen, ob er einen alten Swingtitel interpretieren oder eigenes Material im Big-Band-Arrangement singen möchte. Es ging gar nicht darum festzustellen, wer am besten Swing nachturnen kann.

kulturnews: Gab es eine gemeinsame Aufnahmesession?
Zanki: Ja, das wäre eine schöne, romantische Vorstellung: Alle treffen sich, man trinkt etwas zusammen, dann nimmt man das Album auf und singt dann noch "We are the World" ... Die Realität ließ das nicht zu: Laith al-Deen auf Tour, Pe Werner im Urlaub, Xavier Naidoo mit eigenen Projekten beschäftigt und so weiter. Wir haben Demos in meinem Studio aufgenommen, dann mit Big-Band-Chef Hans-Peter Zachary die Arrangeure ausgewählt. Ein Teil der Aufnahmen entstand dann in der Tat im Studio der SWR Big Band in Stuttgart, den Rest haben wir bei mir im Studio gedubbt.

kulturnews: Gehen Sie mit dem Programm auf die Bühne?
Zanki: Es wird acht bis zehn Auftritte geben, aber es kommen nie alle 15 zusammen - wir backen kleinere, aber schöne Brötchen.


"Die Besten aus Südwesten" der SWR Big Band ist seit 20. 4. erhältlich, in je einer Pop- und Jazzversion.

26.04.2012


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