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Moe Mitchell // Story

Moe Mitchell
Foto: Essah Entertainment

Schluss mit Schminke

Soul und R’n’B liegen hierzulande weitgehend brach. Moe Mitchell will das ändern – und hat im Grunde nur einen Konkurrenten.

Interview: Daniel Schieferdecker

Gefunden in

Der urbane Sektor der Populärmusik wirkt häufig kalt. Die gekünstelten Plastikuniversen in Heile-Welt-Ästhetik sind zu glatt, um emotionalen Halt zu bieten. Unebenheiten verschwinden zu schnell, um die naturgegebene Schönheit darin entdecken zu können. Und die gefühlvollen Momente scheinen viel zu überzeichnet, um auch nur ansatzweise echt sein zu können.

Auch Moe Mitchell ist ein Vertreter des urbanen Sektors der Populärmusik. Doch obwohl der 29-Jährige aussieht wie ein Laufstegbeau, hat er sich eine Natürlichkeit bewahrt, die ihn äußerst sympathisch wirken lässt - und die ihn abhebt von den ganzen narzistischen Selbstdarstellern. "Ich bin kein Mensch, der viel feiern geht", erzählt Mitchell. "Und auch dieses Sehen-und-gesehen-Werden ist überhaupt nicht mein Ding. Ich bin wohl eher der konservative Typ." Doch genau diese Bodenständigkeit ist es, die ihn in einer übersättigten Welt des Spektakels so angenehm anders erscheinen lässt. Und das hört man auch in seiner Musik.

Zusammen mit Melbeatz und seinem langjährigen Wegbegleiter Kool Savas hat der gebürtige Bremerhavener und Wahlhannoveraner mit "MMS" nun ein Album fertiggestellt, das in der Lage ist, Weichen zu stellen - und zwar nicht nur für mehr sogenannte "Realness" im heillos überschminkten Soul- und R’n’B-Bereich, sondern ganz generell für mehr Anerkennung dieser Musik in Deutschland. "Ich habe immer schon gefordert: Feiert mehr R’n’B und Soul in Deutschland, dann wird die Welt eine bessere!", sagt Mitchell. "Und ich glaube mit meinem Album gerade einen ganz guten Zeitpunkt abgepasst zu haben, um zur hiesigen Etablierung von Soulmusik auf Deutsch beitragen zu können."

Und damit mag er Recht haben. Der Zuspruch für Musik mit deutschen Texten war zumindest lange nicht mehr so hoch wie zurzeit. Und außer von Xavier Naidoo hat Mitchell auch keine große Konkurrenz zu fürchten. Beste Voraussetzungen also, um seinen Mix aus R’n’B und Soul in die Herzen der Menschen zu pflanzen - und damit gleichzeitig dem Genre selbst wieder mehr Seele einzuhauchen.

Denn der urbane Sektor der Populärmusik wirkt häufig kalt, und die gekünstelten Plastikuniversen sind zu glatt, um emotionalen Halt zu bieten. Doch dank Moe Mitchell wohl nicht mehr lange.

"MMS" ist am 27. April erschienen.

Tour
9. 5. Hamburg
10. 5. Osnabrück
11. 5. Hannover
12. 5. Berlin
15. 5. Oberhausen
17. 5. Frankfurt
18. 5. München
23. 5. Köln
24. 5. Münster
25. 5. Bremen

26.04.2012


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