Y’Akoto // Story
Immer wieder Widersprüche
Interview: Steffen Rüth
kulturnews: Y’akoto, deine Lieder sind in Stil und Stimmung sehr unterschiedlich. Warum diese Gegensätze?
Y’akoto: Weil ich selbst nicht nur ein bisschen wechselhaft, sondern total wechselhaft bin. In meiner Jugend dachte ich, irgendwas stimmt nicht mit mir. Manchmal war ich extrem fröhlich, nur um kurz danach zu denken, das Gewicht der ganzen Welt laste auf meinen Schultern.
kulturnews: Pubertät ...?
Y’akoto: Dachte ich auch. Aber das ging so weiter. Irgendwann habe ich gelernt, meine Stimmungsschwankungen anzunehmen. Manche Tage sind toll, an anderen Tagen bin ich ein Schmiergelpapier auf zwei Beinen.
kulturnews: Du hast in Hamburg, Ghana, Kamerum, Togo und im Tschad gelebt. Wieso das?
Y’akoto: Bis ich volljährig war, hat mich meine Mutter meist zu ihren Auslandseinsätzen mitgenommen. Ich fand das toll und habe mir bis heute eine Rastlosigkeit, ein gewisses Nomandensein bewahrt.
kulturnews: Du hast Tanzpädagogik studiert und singst jetzt hauptberuflich. Schon wieder so eine Wie-passt-das-zusammen-Frage ...
Y’akoto: Ich wusste mit acht, dass ich meine eigene Tanzschule bauen wollte. Später mache ich das auch. Das Tanzen gibt meinem Leben Struktur. Egal, wo ich war, immer war irgendwo ein kleines Tanzstudio. Tanzen ist global.
kulturnews: Die andere Konstante war deine Liebe zur Musik.
Y’akoto: Genau. Ich hatte ein Keyboard, das habe ich überall mit hin genommen. In Deutschland habe ich in diversen Bands gespielt, bis ich mit 20 Lust bekam, etwas ganz Persönliches zu machen. Ich habe diese einfachen, klassischen Songs geschrieben - und wusste, dass ich sie nicht durch Produktionstricks zukleistern wollte. Ich habe mir drei Jahre Zeit gelassen für das Album und die Suche nach den Produzenten. Ich wollte keinen Schnellschuss. Ich bin eher so der zähe Typ.
kulturnews: Wie passen Songs über Liebeskummer zu einem dramatischen Stück wie "Tamba", das von einem Kindersoldaten handelt?
Y’akoto: Gar nicht, das ist ja der Witz ... Als ich von meiner großen Liebe verlassen wurde, dachte ich, die Welt bricht zusammen. Aber ein junger Kämpfer an der Grenze zwischen Tschad und Sudan - der würde angesichts seiner Angst ums eigene Leben nur den Kopf schütteln über das Theater, das die kleine Y’akoto veranstaltet.
kulturnews präsentiert
12. 5. München, Ampere
13. 5. Köln, Studio 627
14. 5. Hamburg, Knust
15. 5. Berlin, Comet
26.04.2012







