Kim Sanders // Story
Nichts als die Wahrheit
Interview: Matthias Wagner
kulturnews: Kim, du bist schon sehr lange im Geschäft, schreibst seit den 80ern eigene Songs, warst jahrelang Sängerin von Culture Beat. Warum hast du mit solch einer Biografie noch mal an einer Castingshow teilgenommen? Das ist doch eher was für Teenies mit Verfallsdatum ...
Kim Sanders: Nun, in Deutschland denkt man eher bandorientiert, das Konzept eines Solokünstlers ist noch immer selten. "The Voice of Germany" hat mir die Möglichkeit gegeben, auf der ganz großen Bühne zu zeigen, welche Stimme, welches Gesicht hinter der Künstlerin Kim Sanders steckt und wofür dieser Name steht.
kulturnews: Du wurdest am Ende Zweite. Anders als der Großteil deiner Konkurrenz bist du selbst kreativ und nicht nur Interpretin - konntest du die anderen während der Show überhaupt ernstnehmen?
Sanders: Ich habe die Show für mich selbst sehr ernst genommen, weil sie mir die Chance gegeben hat, auf und mit der Topebene des Popbusiness zu arbeiten. Und das ist nun mal genau das, was ich immer wollte.
kulturnews: Soul und R’n’B aus Deutschland haben kein sonderliches Renommee, das amerikanische Original ist uns weit voraus. Was machen die besser?
Sanders: Meiner Erfahrung nach schätzt und akzeptiert zumindest das deutsche Publikum alle möglichen Stile und Genres. Und manchmal würde ich mir wünschen, auch die Branche würde ein bisschen amerikanischer denken ...
kulturnews: Dein Motto lautet: immer die Wahrheit sagen. Hat dich das schon mal eine Freundschaft gekostet?
Sanders: Die Wahrheit hat mich zumindest schon einige Liebesbeziehungen gekostet. Aber meine engsten Freunde sind mir über die Jahre alle erhalten geblieben - und zwar gerade weil wir keine Angst vor der Wahrheit haben.
kulturnews: Du kommst aus Chicago und bist 1989, im Jahr des Mauerfalls, hier hängengeblieben. Was stört dich am meisten am Deutschland von 2012 - und warum wirst du trotzdem nie mehr weggehen?
Sanders: Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile, deshalb versuche ich immer, nicht nur die negativen Seiten in den Blick zu nehmen. Ich liebe jedenfalls Deutschland - und das ist auch der Grund, weshalb ich immer noch hier bin.
kulturnews präsentiert
28. 5. Hamburg, Fliegende Bauten
29. 5. Hannover, Capitol
30. 5. Berlin, Passionskirche
1. 6. Mainz, Frankfurter Hof
26.04.2012







