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Benjamin Maack // Story

Benjamin Maack
Foto: Benne Ochs

Tierblut und Sperma

Seine Helden holen sich gern einen runter. Und wenn in einer Geschichte von Benjamin Maack ein Tier auftaucht, kann man sich ziemlich sicher sein, dass es das Textende nicht erleben wird.

Interview: Carsten Schrader

Gefunden in

uMag: Benjamin, wenn man in den fünf Erzählungen deines neuen Buchs "Monster" mal die Sexszenen und die Textstellen, in denen gewichst wird, zusammenzählt, dann gewinnen die Onanierszenen ziemlich deutlich. Sagt uns das etwas über dich?
Benjamin Maack: Kann ich gar nicht so genau sagen, weil ich das gar nicht auseinander dividieren würde. Das sind halt alles Sexszenen, manchmal mit sich selbst und manchmal mit jemand anderen. Wobei ja auch die Leute, die Sex mit anderen haben, dabei total allein sind. Insofern unterscheiden die sich gar nicht so groß.

uMag: Unschön auch, wie du in deinen Erzählungen mit Tieren umgehst. Das sind ja schon Splatterszenen ...
Maack: Wollt ihr mir jetzt ein Totes-Tier-Faible anhängen? Mit den Tieren verhält es sich ein bisschen so wie mit den Solo- und den Zusammen-Sexszenen. Was zwischen den Tieren und den Menschen passiert, das ist ja immer so eine Art gescheiterte Kommunikation. Eigentlich ist es ja so, dass Mensch und Tier nicht besser kommunizieren können als die Menschen untereinander. Das potenziert natürlich die Einsamkeit der Charaktere. Deswegen gibt es eine Menge Tiere. Und eine Menge toter Tiere gibt es, weil es interessant zu sehen ist, ob man vielleicht ein inniges Verhältnis zu etwas aufbauen kann, was schon tot ist.

uMag: Die erste Geschichte "Viel schlimmer als die dunklen Räume sind die spiegelnden Fenster" dominiert den ganzen Erzählband, weil sie deutlich länger ist als der Rest. Ist das der Anlauf zu einem Roman?
Maack: Ein Freund von mir hat vorgeschlagen, ich solle noch 50 Seiten mehr schreiben und das Ding dann alleine veröffentlichen. Die Geschichte setzt auch ein bisschen den Ton für das Buch, aber mir ging es tatsächlich nicht darum, zu versuchen, einen Roman zu schreiben. Sondern ich wollte eine Geschichte schreiben, die sehr dominant ist, und dann wollte ich anfangen, dieses in sich geschlossene System der Geschichte zu zerbrechen. Das Bild, das ich vor Augen hatte, als ich das Buch geschrieben habe, ist ein Spiegel, den man auf den Boden fallen lässt. Ich wollte mir die Scherben angucken, ich wollte mir angucken, was sich ergibt.

26.04.2012


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