Salim Nourallah // Story
Nur Europa zählt
Interview: Katharina Behrendsen
kulturnews: Salim, mit deinem melancholischen Songwriterpop bist du ein Lokalheld in deiner Heimatstadt Dallas, bringst deine Alben aber beim Hamburger Label Tapete heraus. Wie kam’s denn dazu?
Salim Nourallah: Totaler Zufall! Dirk Darmstädters Drummer Lars Plogschties kaufte mein erstes Soloalbum "Polaroid" von 2004 im Italienurlaub. Lars liebte mein Album wirklich und gab es Dirk - der es sich wohl eine ganze Weile nicht angehört hat und es dann toll fand. Als er mich kontaktierte, hatte ich gerade mein zweites Album "Beautiful Noise" aufgenommen, und Tapete veröffentlichte es in Deutschland. Mittlerweile sind wir bei vier gemeinsamen Alben angelangt, und ich komme zum vierten Mal auf Deutschlandtour.
kulturnews: ... und das, obwohl du in deiner Heimat USA noch nie getourt bist. Ist das nicht ein bisschen verrückt?
Nourallah: Ja, ist es! Aber ich bin ja auch ein bisschen verrückt. Oder bin ich bloß super realistisch? Ich habe mich jedenfalls nie der Illusion hingegeben, dass ich Amerika erobern könnte, indem ich 200 Tage im Jahr alleine vor mich hintoure. Ich glaube, das hätte mich und meine Familie bloß aufgerieben. Also bin ich nach Europa gekommen, wenn es die Möglichkeit auf eine Tour gab, und habe meine Familie einfach mitgenommen. Lukrativ war das zwar nie, aber wir haben einfach auch die Zeit miteinander genossen. Das hat mir auch viel von dem Druck genommen, wie viel Geld wir jetzt eingenommen haben oder wie viele Leute beim Konzert waren. Ich glaube nämlich sowieso nicht daran, dass man die Dinge erzwingen kann. Oder zumindest kann ich das nicht.
kulturnews: Dann fühlst du dich wohl dabei, seit Jahren als "bestgehütetes Geheimnis des Pop" gehandelt zu werden?
Nourallah: Das ist ein wirklich großes Kompliment, also höre ich es gern. Aber natürlich hätte ich nichts dagegen, ein bisschen weniger ein Geheimnis zu sein, damit die netten Menschen bei Tapete vielleicht irgendwann anfangen, ein bisschen Geld mit mir zu verdienen - und ich auch weiterhin Platten machen kann. Ein großer Popstar zu werden, war allerdings nie mein Plan. Dafür hätte ich mir dann wohl auch einen etwas weniger merkwürdigen Namen zulegen müssen.
kulturnews präsentiert
17. 7. Mainz, Schon Schön
18. 7 Düsseldorf, Brause
19. 7. Karlsruhe, NUN Cafe
23. 7. Hamburg, Astrastube
24. 7. Berlin, Crystal
26. 7. Duisburg, Grammatikoff
27. 7. Aachen, Raststätte
21.06.2012







