Kid Kopphausen // Story
Doppelt spielt besser
Interview: Katharina Behrendsen
kulturnews: Nils, Gisbert, wie kam es eigentlich zu eurer Zusammenarbeit?
Gisbert zu Knyphausen: Wir haben uns 2007 kennengelernt, als ich mal für eine Show das Vorprogramm gemacht habe. Wir sind im Kontakt geblieben und haben uns wahrscheinlich ab und zu mal auf einen Kaffee getroffen.
Nils Koppruch: Naja, und wir haben eine Single für das Obdachlosenmagazin "Hinz & Kunzt" gemacht.
zu Knyphausen: Wir haben uns über die Jahre immer mehr gemocht, und die Idee stand im Raum, dass wir mal mehr machen.
Koppruch: Das war dann erst mal ein Song, der auf meiner letzten Platte drauf war, "Die Aussicht". Wir wussten aber nicht, ob wir ein ganzes Album schaffen würden - schon aus zeitlichen Gründen. Doch dann haben wir einfach entschieden, dass wir das machen!
kulturnews: Viele Vorbilder hattet ihr aber nicht, oder? Die meisten Duos bestehen ja dann doch eher aus Mann und Frau.
zu Knyphausen: Stimmt. Wobei wir uns aber auch nicht als Duo verstehen. Es sind ja auch noch drei andere Musiker dabei.
Koppruch: Es war relativ früh klar, dass es ein Bandprojekt wird.
zu Knyphausen: Eine Band mit zwei gleichberechtigten Songwritern.
kulturnews: Klappt das überhaupt? Als Singer/Songwriter kommt ihr ja aus einer luxuriösen Position, immer nur das zu singen, was wir selber schreibt - und dementsprechend natürlich auch, was ihr selber wollt.
Koppruch: Man muss schon gucken, was man aneinander interessant findet. Es geht ja nicht nur darum, dass zwei Namen auf der Platte stehen. Man guckt, was die Stärken des anderen sind, was man selbst vielleicht nicht kann, und ob man das zu etwas möglichst Eigenständigem zusammenbringen kann. Es war auch eine große Freiheit für uns, weil man auch mal musikalische Einflüsse verarbeitet, die einen interessieren, die man für sich alleine aber nicht so sieht.
kulturnews: Was gab es denn zum Beispiel, woran ihr euch zu zweit getraut habt, es alleine aber wohl eher nicht getan hättet?
zu Knyphausen: Die vielen Backgroundgesänge, die in Zusammenarbeit mit der Band entstanden sind: Das ist etwas, das ich vorher noch nicht gemacht habe.
Koppruch: Das hat aber nicht so viel mit sich trauen zu tun, sondern eher damit, dass man so offen für dieses Projekt war, dass man die Dinge einfach ausprobiert hat.
zu Knyphausen: Oder dass man einfach Lust auf etwas hatte - wie zum Beispiel ein Lied über einen Mörder zu schreiben. Hätte ich das kommentarlos auf meiner eigenen Platte gemacht, hätte das Publikum sicher seltsam reagiert, weil sie es bisher von mir gewohnt waren, dass ich immer recht persönliche Geschichten erzähle.
30.08.2012







