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Gabby Young // Story

Gabby Young
Foto: Kerkau-Promotion

Die große Freiheit

Mit 13 komponierte Gabby Young (28) ihr bisher einziges Musical. Es hieß „Adam and Eve“ und entstand im Schlafsaal ihres Mädcheninternats. „Ich spielte natürlich Gott“, sagt Young. Ideale Voraussetzung für eine große Karriere.

Interview: Steffen Rüth

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An ihrer kindlichen Begeisterung fürs Theaterspielen hat sich bis heute wenig geändert, nur die Wahl der musikalischen Mittel ist inzwischen eine andere. Denn wie Gabby Young, die in der beschaulichen englischen Grafschaft Wiltshire aufwuchs und heute in London lebt, ihre Musik live inszeniert, das ist so theatralisch wie atemberaubend. Ihre Konzerte sind nicht einfach nur Konzerte, sondern echte Ereignisse.

Ihre acht Musiker spielen so ziemlich alles, was die Instrumentenbaukunst hergibt, Akkordeon, Saxofon, Trompete, Klarinette, Banjo und vieles mehr. Und mitten drin Frau Young mit ihrem feuerroten Schopf ("Ich habe alle Farben außer Grün ausprobiert, und Rot passt einfach am besten zu mir") und dem überschäumenden Temperament, das freilich auch auf ihrem zweiten Studioalbum zu spüren ist.

"Auch wenn ich die Platte natürlich toll finde, ist für mich die Magie auf der Bühne nach wie vor stärker", sagt Young. "Die Bühne bedeutet für mich die große Freiheit, dort kann ich alles machen, was ich will. Ich liebe es zum Beispiel, das Publikum einzubeziehen, eben wie im Theater." Nicht von ungefähr öffnet sich die CD-Hülle wie ein Zirkuszelt oder auch wie eine Blume. "Wenn das Drumherum schön ist, dann kaufen die Leute auch das Produkt", glaubt Young. "Einen Blumenstrauß kann man sich ja auch nicht aus dem Internet laden."

Young sieht sich bei aller stilistischen Ungreifbarkeit als Jazzsängerin. "Das ist der rote Faden, das merke ich schon daran, wie gern ich auf der Bühne improvisiere", sagt sie. Aber natürlich spielt auch Swing in ihren Big-Band-inspirierten Sound mit hinein, man findet außerdem Pop, Polka und viel hübsch durchgeknalltes Liedgut.

Dabei wollte Gabby Young ursprünglich Opernsängerin werden. Als Teenager nahm sie Gesangsunterricht und schwärmte für Maria Callas. Wenig später entwickelte sie nicht nur "eine typische Teenagerdepression", sondern auch ein Faible für Jeff Buckley, Nick Drake und Joni Mitchell. Doch sie wollte nicht nur nachsingen, sondern selbst etwas verfassen - mit Folgen.

"Die alten Freunde aus dem Internat kennen mich noch als Trauerkloß", lächelt sie. "Die können es kaum fassen, wenn sie mich jetzt so fröhlich und quietschbunt auf der Bühne erleben."

Steffen Rüth

"The Band called out for more" ist seit Anfang September im Handel.


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30.08.2012


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