Håkan Nesser // Story
Welches ist ihre seltsamste Angewohnheit, Håkan Nesser?
Herr Nesser, was macht einen guten Thriller aus?
Ein Thriller muss zwei Fragen aufwerfen: Was ist passiert? Was wird passieren? Diese Fragen sind fundamental. Wenn sie nicht auftauchen, legen neun von zehn Lesern das Buch weg.
Welches Verbrechen würden Sie niemals in einem Ihrer Bücher beschreiben?
Wirtschaftsverbrechen. Ich weiß, dass Menschen für Geld töten. Aber ich interessiere mich mehr für die Menschen, die aus Rache killen.
Wie sieht der perfekte Platz zum Schreiben aus?
Ein ruhiger Platz mit einer guten Aussicht. Man muss in weiter Ferne den Horizont sehen können, und am besten blickt man aufs Meer.
Wie bekämpfen Sie eine Schreibblockade?
Ich verlasse den Text für eine Weile. Bislang ist er immer von selbst zu mir zurückgekommen. Du lässt den Text alleine, und dann fällt dir eine Lösung ein, wie die Geschichte weitergehen muss.
Welches ist zurzeit ihr Lieblingsbuch?
Keine Ahnung. Aber ich habe einen Lieblingsautor: Ian McEwan. Er ist ein fantastischer Psychologe. Wenn ich seine Bücher lese, kriege ich denselben Kick wie bei Astrid-Lindgren-Geschichten.
Welchen Autor würden Sie gerne zum Abendessen treffen?
Ich würde gerne William Shakespeare treffen - um herauszufinden, ob er es wirklich ist oder jemand anders.
Ihre seltsamste Angewohnheit?
Ich habe keine seltsamen Angewohnheiten. Meine Frau ist Psychiaterin und hat sie mir alle abgewöhnt.
Welche drei Dinge möchten Sie in Ihrem Leben unbedingt noch machen oder erreichen?
Ich möchte Tangotanzen lernen. Ich möchte ein Jahr lang in Australien oder Neuseeland leben. Und ich möchte ein noch besseres Buch schreiben. Meine Bücher sind bestimmt gut genug, aber ich möchte noch eins schreiben, das mich selber überrascht.
Haben Sie jemals etwas vor Wut auf den Boden geworfen?
Einmal, eine Vase. Ich hatte einen Streit mit meiner ersten Ehefrau. Es war eine teure Vase, und sie war irgendwie in unseren Streit verwickelt. Also habe ich sie genommen und auf den Boden geschmissen. Aber das war das erste und einzige Mal!
In Ihren Romanen nennen Sie oft Musikstücke. Welche ist Ihre eigene Lieblingsmusik?
Im Moment ist es Fado-Musik aus Portugal. Die habe ich erst ziemlich spät entdeckt - sie geht direkt in dein Herz und beansprucht gleichzeitig auch deinen Kopf.
Wenn Sie uns eine Widmung in eines Ihrer Bücher schreiben müssten: Was würden Sie schreiben?
Wahrscheinlich würde ich anfangen zu schreiben, und dann würde mir einfallen: Hey, ich kenne Sie gar nicht, und jetzt wollen Sie, dass ich persönlich werde! Also würde ich nur "Für ..." schreiben. So mache ich es immer.
Foto: Nela König
22.03.2007







