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Sophie Zelmani // Story

Sophie Zelmani

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Seit 1996 veröffentlicht die Schwedin Sophie Zelmani lauter leise Meisterwerke und verzaubert uns damit vollkommen. Dabei hält sie sich nicht mal für eine Musikerin.

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kulturnews: Sophie, ein Journalist sollte immer kritische Fragen stellen, aber manchmal fällt einem das schwer - wie jetzt. Mit welchem Trick bringst du Interviewer dazu, so nett zu dir zu sein?
Sophie Zelmani: Haben nicht Interviewer Tricks, um Leute zum Reden zu bringen ...? Es ist jedenfalls immer netter, ein Interview als Gespräch aufzufassen. Und wenn mir Fragen eher spitz als neugierig vorkommen, dann überhöre ich das. Es kann dich traurig machen, wenn du dich verteidigen musst, obwohl du nichts Falsches getan hast - einfach deswegen, weil du bist, wer du bist.
kulturnews: Nun, mein Trick hat funktioniert ... All deine Alben sind Beispiele für weiche, zauberhafte Schönheit. Du hättest schon 1996 den Slogan "Quiet is the new loud" erfinden können und es nicht 2004 den Kings Of Convenience überlassen müssen. Flippst du eigentlich je richtig aus?
Zelmani: Klar verliere ich manchmal die Fassung. Das passiert selten, aber dann werde ich zur Furie, verliere jede Kontrolle. Man muss mich nur genug provozieren. Oder jemand muss seinen Hund treten oder so was in der Art.
kulturnews: Bestimmt hast du mal davon geträumt, ein Rrriot Girl zu sein.
Zelmani: Nein, nie. Ich weiß nicht mal, warum nicht. In meinen Träumen ging es immer darum, die Liebe zu finden und Orte, an denen ich glücklich sein kann.
kulturnews: Definiere Glück.
Zelmani: Innere Harmonie zu empfinden. Wenn ich entspannt bin und am richtigen Ort. Wenn ich mich trotz trauriger Ereignisse noch immer glücklich fühle.
kulturnews: Es gibt zurzeit viele zerbrechliche Schwedinnen wie Jenny Wilson, Nina Kinert, El Perro Del Mar oder Anna Ternheim. Du musst dich fühlen wie ihre Patin.
Zelmani: Nein, ich fühle mich einfach nur älter als sie - und hässlicher ...!
kulturnews: Beäugt ihr euch gegenseitig eifersüchtig?
Zelmani: Glaube ich nicht. Es ist besser, gegenseitig die Musik zu genießen, als eifersüchtig aufeinander zu sein. Andernfalls hat man nichts begriffen.
kulturnews: Wenn man die Geschichte des künstlerischen Ausdrucks betrachtet, war Melancholie ein wichtiger Impuls für Kreativität. Das gilt auch für dich. Musst du unglücklich sein, um glücklich zu sein?
Zelmani: Gewissermaßen schon. Ich glaube, wenn du melancholisch geboren bist, kannst du nicht mehr viel dagegen tun. Aber wenn du es akzeptierst, dich nicht zu sehr davon quälen lässt und etwas Gutes daraus machst, dann wirst du glücklich.
kulturnews: Bei unserem letzten Interview sagtest du, du seist weder Sängerin noch Musikerin - sondern einfach jemand, der seine eigenen Songs singt. Klingt sehr bescheiden. Fischst du manchmal nach Komplimenten?
Zelmani: Ich meine damit, dass ich es einfach nicht alleine hinkriege auf der Bühne oder im Studio. Eine Gitarre und ich: Das wäre einfach nicht genug. Ich mag’s, wie es momentan ist. Die Musik nimmt genau den richtigen Raum ein in meinem Leben. Die restliche Zeit kann ich mit anderen Dingen verbringen. Fischen zum Beispiel ...
kulturnews: Wie kann jemand, der weder Musikerin noch Sängerin ist, so dauerhaft Erfolg haben? Du musst auch einen Trick beherrschen, der das Publikum dazu bringt, nett zu dir zu sein.
Zelmani: Das bleibt wohl ein Rätsel. Ich sähe den Erfolg gern als Ergebnis der Kombination aus Songs, Musikern, Stimmungen und Gefühlen. Du kannst nicht immer erklären, warum dir etwas gefällt oder nicht. Dafür gibt es keine Regeln.
kulturnews: Lieder sind manchmal wie Farben. Deine sind violett. Siehst du das auch so?
Zelmani: Wenn ich darüber nachdenke, dann fangen sie schwarz an und hören blau auf, manchmal auch violett oder weiß.
kulturnews: Welche Musik ist denn feuerrot für dich?
Zelmani: Die von Bob Dylan.
kulturnews: Und wer ist gelb?
Zelmani: David Gray.

Interview: Matthias Wagner

01.03.2007


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