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Get Well Soon // Story

Get Well Soon
Foto: Jan Windszus

Indiewunderknabe

Für sein Bandprojekt Get Well Soon wurde Konstantin Gropper im letzten Jahr auch international als Indiewunderknabe gefeiert. Das Geheimnis seines Erfolges: lieber Projektionsfläche sein als das wahre Ich zeigen.

Interview: Carsten Schrader

Gefunden in

kulturnews: Konstantin, kommst du damit klar, dass deine Songs gern als Musterbeispiel für verkopfte Musik rangezogen werden?
Konstantin Gropper: Natürlich ist das Wort schon ein bisschen negativ belegt, aber für mich sind Musik machen und Texte schreiben ganz klar intellektuelle Sachen. Spontaneität und Emotionalität sind auch involviert, aber am Ende will ich schon wissen, was ich mir dabei gedacht habe.

kulturnews: Deine zweite Platte ist ein Konzeptalbum über den Stoizismus, bei dem du dich in den Texten unter anderem auf Seneca und Elisabeth Kübler-Ross beziehst. Ist das ein Trick, um die eigene Person aus den Texten rauszuhalten?
Gropper: Auf jeden Fall! Was meine Texte angeht, bin ich für diese Eins-zu-eins-Küchentisch-Romantik nicht zu haben. Früher habe ich sehr metaphorisch geschrieben. Auf der neuen Platte habe ich eine andere Art der Distanzierung und Verklausulierung gefunden: die Recherche zu einem bestimmten Thema. Befindlichkeitstexte wird es von mir definitiv nicht geben.

kulturnews: Die können dann ja auch bei Liveauftritten zur Qual werden, denn das Publikum meint, in dich reingucken und dich analysieren zu können.
Gropper: Das ist genau der Grund, warum ich dieses Eins-zu-Eins nicht mache. Zudem müssen meine Songs ja auch eine gewisse Allgemeingültigkeit haben. Die Texte sollen ja nicht nur mich angehen, sondern im Idealfall auch die Menschen, die sie hören. Außerdem kann man ja eh nicht steuern, wie man wahrgenommen wird. Beim neuen Album stelle ich fest, dass sie Texte sehr viel düsterer interpretiert werden, als sie es eigentlich für mich sind.

kulturnews: Fühlst du dich dann nicht grob missverstanden?
Gropper: Nö, ich verfolge einfach sehr interessiert die Analysen meiner Person. Die Figur, die in der Öffentlichkeit steht, das bin ja nicht ich. Als Privatperson bin ich auch vollkommen uninteressant. Deswegen können mich die Medien gern zu etwas stilisieren, was sie sich gerade wünschen. Und komplett missverstanden habe ich mich bis jetzt auch noch nicht gefühlt. So was wird ja auch immer erst dann problematisch, wenn es eine gesellschaftliche oder politische Tragweite bekommt. Und davon ist Get Well Soon ja nun wirklich meilenweit entfernt.

01.03.2010


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