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Kool Savas auf kulturnews.de

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Kool Savas // Story

Kool Savas
Foto: Katja Kuhl - www.katjakuhl.com

Keine Kompromisse

Er ist der "King of Rap" Deutschlands und nach wie vor (b)essah als alle anderen - weil er lieber aneckt, als mit seinen Fans zu gruscheln.


Interview: Daniel Schieferdecker

gefunden in
kulturnews: Kool Savas, mit der Veröffentlichung der "John Bello Story 3" endet deine erfolgreiche Mixtape-Reihe. Verspürst du bereits ein wenig Wehmut?

Kool Savas: Auf jeden Fall. Am Anfang wollte ich damit eigentlich nur ein bisschen auf die Kacke hauen, aber im Laufe der Zeit sind aus den Mixtapes vollkommen eigenständige Alben entstanden. Da fließt mittlerweile so viel von mir selbst ein, dass man die beiden Charaktere John Bello und Kool Savas gar nicht mehr auseinanderhalten kann. Vergleicht man alle drei Teile miteinander, kann man eine tolle Entwicklung feststellen, die nun zu einem würdigen Abschluss kommt.


kulturnews: Ein Stück auf der neuen Platte ist Klaus Kinski gewidmet. Was fasziniert dich an ihm?

Kool Savas: Der Typ hat einfach komplett drauf geschissen, wie er bei den Leuten ankommt, war auf eine vollkommen geistesgestörte Art von sich selbst überzeugt und vermittelte eine ungeheure Aggression - das muss man einfach feiern. Diese Exzentrik hat ihn ja auch erst zu einem so guten und glaubwürdigen Schauspieler gemacht.


kulturnews: Kannst du aus seiner Art und seinem künstlerischen Vermächtnis etwas für dich selbst herausziehen?

Kool Savas: Ja, denn solche Leute rufen mir immer wieder ins Bewusstsein, dass man als Künstler und Entertainer nicht zwangsläufig sämtliche gesellschaftlichen Regeln beachten muss. Natürlich sollte man sich im Alltag einigermaßen im Griff haben und nicht am Bankschalter oder einem Ladentresen vollkommen ausrasten, aber in meiner Kunst bin ich niemandem Rechenschaft schuldig. Da muss ich keine faulen Kompromisse eingehen. Im Zweifelsfall sollte man sowieso stets auf sein Bauchgefühl hören und auch mal riskieren, bei den Leuten nicht so gut anzukommen - so wie Kinski in seinen Interviews.


kulturnews: In dem Stück "Myspace" hast du dich mit Olli Banjo über das Treiben in den ganzen Social-Network-Portalen ausgelassen. Warum?

Kool Savas: Das ist einfach ein total aktuelles Thema. Mir persönlich geht dieser ganze Wahnsinn brutal am Arsch vorbei, aber ich finde es krass, welchen Stellenwert diese Seiten mittlerweile im sozialen Miteinander eingenommen haben. Die Leute müssen sich nicht mehr anrufen, treffen oder was zusammen machen. Man hält seine Kontakte, in dem man sie gruschelt oder anstupst. Das ist doch verrückt.


10. 5. Osnabrück Rosenhof

11. 5. Bremen Modernes

13. 5. Hamburg D-Club

14. 5. Berlin Astra

19. 5. Mannheim Alte Feuerwache

20. 5. Würzburg Posthalle

22. 5. München Backstage

26. 5. Stuttgart LKA Longhorn

2. 6. Köln Live Music Hall

4. 6. Hannover Capitol

5. 6. Münster Skaterspalace *

01.03.2010

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