Loving

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Loving

„Loving“ erzählt die Geschichte von Richard und Mildred Loving, er weiß, sie schwarz, die sich in den 50er-Jahren in Virginia verlieben. Weil dort sogenannte Mischehen noch immer verboten sind, heiraten sie in Washington – und werden in Virginia des Bundesstaates verwiesen. 1967 landet ihr Fall vor dem obersten Gerichtshof, der in einer historischen Entscheidung alle auf der Hautfarbe basierenden Beschränkungen des Eherechts aufhebt.

Regisseur Jeff Nichols folgt im Grunde recht konventionell den Regeln eines zeitgeschichtlichen Biopics: „Nach einer wahren Begebenheit“ wird direkt zu Anfang bekräftigt, und am Ende erzählen weitere Schrifttafeln, was schließlich aus den Lovings wurde. Und dennoch macht der Film innerhalb des vorgegebenen Rahmens manches anders: Es gibt weder eine Eskalation noch Gefühlsausbrüche, stattdessen erfasst Nichols das allgegenwärtige Klima der Diskriminierug subtil über paranoide und feindselige Blicke.

„Loving“ beschreibt einen versachlichten Rassismus, der über Paragraphen gerechtfertigt und deshalb nur mit ebensolchen bekämpft werden kann. Vielleicht gibt sich „Loving“ auch deshalb bis ganz zum Schluss nicht dem großen Pathos hin. Das Urteil ist selbstverständlich ein bürgerrechtlicher Meilenstein, doch auch 50 Jahre später ist der größte Kampf noch nicht ausgefochten, nämlich den Rassismus von dort zu entfernen, wo er sich am hartnäckigsten hält: in den Köpfen der Rassisten. sb

„Loving“ ist als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

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