Meine schöne innere Sonne

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Meine schöne innere Sonne

Claire Denis, deren Filme zumeist in einer kühlen und sinnlichen Formsprache um Eindrücke der Entfremdung kreisen, hat ausgerechnet eine romantische Komödie gedreht. Die Künstlerin Isabel (Juliette Binoche) pendelt darin zwischen mehreren Männern, von denen ihr aber keiner gänzlich das geben kann, was sie sich wünscht – wenn sie denn überhaupt wüsste, was genau das ist.

Doch „Meine schöne innere Sonne“ ist natürlich nicht einfach ein Film über die Liebe. Wo ihre Werke sonst vor allem auf Körperlichkeit basieren, erforscht Denis ihier die Sprache, genauer gesagt: die Sprache der Liebe. Die Unmöglichkeit, Vokabeln für so etwas Abstraktes wie Gefühle zu finden und nicht nur für ihre Widersprüchlichkeit; Worte, die zu Gefühlen werden, und andere, die ihnen im Weg stehen.

Das tut sie in einer nonlinearen, offenen Struktur, die es ihr erlaubt, erst in der letzten Szene Gérard Depardieu als Wahrsager auftreten zu lassen. Während schon der Abspann läuft, legt er Isabel in umständlichen Anglizismen ihre Beziehungsoptionen dar und verweist auf einen Unbekannten, der vielleicht auch er selbst sein könnte. Es ist das womöglich schönste Filmende des Jahres. sb

Die Spielzeiten von „Meine schöne innere Sonne“ in Ihrer Stadt gibt es hier.

Meine schöne innere Sonne