Pelléas et Mélisande: Jahrhunderthalle, Bochum

Die besten Theaterstücke
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Pelléas et Mélisande: Jahrhunderthalle, Bochum
Foto: © Ben van Duin / Ruhrtriennale 2017

Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ ist eine Oper, die insbesondere Regisseure radikal fordert – vor zwei Jahren etwa gab es eine bemerkenswerte Neuinszenierung Christiane Pohles bei den Münchner Opernfestspielen, und voriges Jahr zeigte Katie Mitchell ihre Bearbeitung beim Festival von Aix en Provènce.

Entsprechend ist es ein wenig überraschend, dass die Ruhrtriennale-Eröffnung 2017 nicht von Intendant Johan Simons selbst verantwortet wird, zumal dieser einiges an Opernerfahrung mitbringt und zudem hier Gelegnheit gehabt hätte, anlässlich seiner letzten Triennaleausgabe ein deutliches Statement zu setzen. Andererseits ist es keine unsympathische Geste, diese Aufgabe zu delegieren – und zwar an Krzysztof Warlikowski, den aktuell wahrscheinlich bedeutendsten Schauspiel- und Opernregisseur Polens, der mit seiner Arbeit an den Warschauer Bühnen Teatr Rozmaitości und Nowy Teatr nicht zuletzt für die Durchsetzung Sarah Kanes im Nachbarland sorgte.

In Deutschland inszenierte Warlikowski unter anderem in Stuttgart, München und Hannover, bislang aber noch nicht bei der Ruhrtriennale – angesichts der atemberaubenden Jahrhunderthalle-Architektur wird der Regisseur die Protagonisten „aus dem Kontext eines weltdeutenden Symbolismus in körperlich-reale Erfahrungen des modernen Menschen“ versetzen. Es dirigiert der ausgewiesene Debussy-Spezialist Sylvain Cambreling.

Pelléas et Mélisande: Jahrhunderthalle, Bochum
Foto: © Ben van Duin / Ruhrtriennale 2017