Susanne Kennedy arrangiert „Women in Trouble“

Susanne Kennedy (Foto) ist aktuell die wahrscheinlich wichtigste junge Theatermacherin im deutschsprachigen Raum. Die 40-Jährige baut düstere Arrangements, die zwar oft noch eine dramatische Basis besitzen, meist allerdings mehr als theatrale Installationen denn als traditionelles Sprechtheater daherkommen.

Im Programm des neuen Berliner Volksbühnen-Chefs Chris Dercon allerdings soll Kennedy die traditionalistische Flanke schließen, kommt sie doch von den Münchner Kammerspielen, vom Staatstheater also, und Staatstheater ist das, was nach Kritikermeinung bei Dercon eklatant fehlt.

Kennedys erste Berliner Inszenierung „Women in Trouble“ ist nun genau das, was ihr Engagement verspricht: ein Stationendrama, eine klassische dramatische Form also, die mehrfach verfremdet und in einen installativen Rahmen gesetzt wird. Vereinigung von Bildender Kunst und Staatstheater, im Grunde tatsächlich ein Grund, interessiert an den Rosa-Luxemburg-Platz zu schauen.