Swiss Army Man

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Swiss Army Man

Man kann dem Regiedebüt von Daniel Kwan und Daniel Scheinert sicher viel vorwerfen, doch die erste halbe Stunde von „Swiss Army Man“ ist genial. Unfassbar, was sie aus der absurden Idee rausholen, einen verzweifelten, lebensmüden Robinson namens Hank eine furzende Leiche an den Strand seiner einsamen Insel zu spülen: Mittels Furzantrieb kann er den toten Körper in ein Boot verwandeln, die Hebelwirkung der leichenstarren Arme leistet im beschwerlichen Inselalltag nützliche Dienste, und der Mund der auf den Namen Manny getauften Leiche eignet sich sogar als Wasserspender. Nachdem das alles durchgespielt ist, mag es schon sein, dass The Daniels viele Möglichkeiten ungenutzt lassen und in Plattitüden abrutschen, wenn sie Manny nach und nach zum Leben erwecken, damit er den nun als stereotypen Außenseiter gezeichneten Hank zur Therapiestunde bitten kann. Das reicht vielleicht um das Publikum beim Sundance Festival zu erobern, lässt die Kritiker aber zu recht aufmurren. Doch hier kommt ihnen der clevere Schachzug zugute, dass sie die furzende Leiche Manny mit „Harry Potter“-Darsteller Daniel Radcliffe besetzt haben. So findet „Swiss Army Man“ eben auch an Orten statt, wo Tom-Hanks-Film wie „Cast Away“ für die in ihnen schlummernden Lebensweisheiten gefeiert werden. Solchen Orten tut es gut, dass die Beziehung von Hank und Manny die klar abgesteckten Geschlechtergrenzen ein wenig in Frage stellt. cs

„Swiss Army Man“ ist als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

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