Tété

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Tété
Jerome Juv Bauer

Nachdem sein bluesiger Akustikfolk in Frankreich schon seit vielen Jahren gefeiert wird, startet Tété jetzt auch bei uns durch. Im Anschluss an die Tour mit Hein Cooper kehrt er für drei Soloshows zurück.

Tété, in den letzten Monaten sind sehr viele düstere, mitunter gar apokalyptische Platten erschienen. Deine Strategie, mit der nicht gerade entspannten weltpolitischen Lage umzugehen, ist aber eine komplett andere, oder?
Tété: Ich war immer schon ein Freund davon, optimistische Melodien mit ernsten Themen zu verknüpfen. Sonst ist es mir zu bedrückend. Wenn ein wütender Mann keifend durch die Straßen rennt, hörst du nicht darauf, was er zu sagen hat. Du nimmst nur seine Wut wahr – und das ist doch extrem kontraproduktiv.
Sind deine Texte oft autobiografisch, weil das Private immer auch politisch ist?
Tété: Wenn ich ein Thema sehr subjektiv aufbereite, hat das für mich immer auch eine politische Komponente. Aber ich möchte niemanden vorschreiben, wie er zu denken hat, sondern mir ist es lieber, dass meine sehr persönlichen Darstellungen transformiert werden und zu eigenen Fragestellungen führen.
Dein Motto ist, dass das Glück hinter jeder Ecke zu finden ist. Aber hat wirklich jeder Mensch die Möglichkeit, sich gut zu fühlen?
Tété: Meiner Meinung nach schon, denn Glück hat für mich nichts mit einer konkreten Lebenssituation zu tun. Es geht nicht um die Dinge, die man besitzt oder im Leben erreicht hat, sondern um die Art und Weise, mit der man durchs Leben geht.
Mit deinen akustischen Songs orientierst du dich an traditionellem Folk und Blues. Ist dir zeitgenössische, elektronische Musik ein Graus?
Tété: Ach was, es gibt viele aktuelle Künstler, die ich liebe. Womit man einen Kuchen verziert, hängt von ständig wechselnden Trends ab, aber das Entscheidende ist doch, dass das Rezept stimmt. Ein guter Song bleibt ein guter Song – egal, ob er von einem Synthie oder von einer Akustikgitarre gespielt wird. Um mal nur ein paar Namen in den Raum zu werfen: Twenty One Pilots, Missy Elliott oder auch Lana Del Rey liebe ich sehr. Auch junge deutsche Künstler wie Philipp Poisel, Honig und Pohlmann haben es mir angetan.
Hast du Vorsätze für 2018?
Tété: Nichts Konkretes. Ich will einfach wachsen und im nächsten Jahr ein besserer Ehemann, Vater, Freund, Produzent und Songwriter sein.

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Jerome Juv Bauer