The American Dream: Kunsthalle, Emden

Das Ausstellungskonzept klingt verhältnismäßig unoriginell: Die Kunsthalle Emden zeigt bis 27. Mai US-amerikanischen Realismus mit Werken unter anderem von Edward Hopper, Andy Warhol und Alex Katz parallel zu einer Ausstellung des Drents Museums im niederländischen Appen.

Allerdings wirft das Konzept ein Schlaglicht auf die Spaltung der US-Gesellschaft seit dem Zweiten Weltkrieg, die sich auch in der Kunst zeigt – nach 1945 hatte sich zunächst der Abstrakte Expressionismus als prägende amerikanische Kunstrichtung durchgesetzt, die realistischen Künstler standen also in Opposition zum Mainstream. Auch angesichts der Unversöhnlichkeit, mit der in den USA die politischen Gruppen einander gegenüber stehen, wäre es zuviel Interpretation, in der Opposition von Realismus und Abstraktion einen Ursprung Donald Trumps zu sehen, dennoch: Um die USA zu verstehen, dürfte ein Blick nach Emden durchaus hilfreich sein.