The Salesman

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The Salesman

Am Anfang von Asghar Farhadis „Le Passé“ von 2013 konnten sich die Figuren zunächst nur durch eine Glasscheibe sehen; erst später offenbarte sich die zerrüttete Kommunikation auch ohne sichtbare Barrieren. In „The Salesman“ nun entstehen zunächst Risse in den Wänden eines Mietshauses, bevor sie auf die Ehe des darin lebenden Paares Emad und Rama übergreifen. Als es in der neu bezogenen Altbauwohnung an der Tür klingelt, wird Rama von einem Unbekannten bewusstlos geschlagen, vielleicht sogar vergewaltigt – das lässt der Film im Raum stehen …

Anders als seine Kollegen Abbas Kiarostami oder Jafar Panahi macht Farhadi das repressive politische System im Iran nicht zum klaren Handlungsgegenstand, obwohl man es immer mitdenken muss. Wie Eifersucht, Scham und nicht eingestandene Schuld umso gewaltiger und gewalttätiger an die Oberfläche drängen, je hartnäckiger man sie verdrängt; wie die pergamentene Schutzschicht vor der unbequemen Realität Stück für Stück abgetragen wird , bis ein emotionales Brachland zurückbleibt, in dem die Verhältnisse neu geordnet werden müssen: Das ist absolut allgemeingültig, zumal der Film die Verwerfungen nicht nur unter Hochspannung, sondern auch mit größter Sorgfalt nachzeichnet. Bei der letzten Oscar-Verleihung wurde „The Salesman“ mit einem Academy Award als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. sb

„The Salesman“ ist als DVD und Blu-ray im Handel erhältlich,

The Salesman