Victoria & Abdul

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Victoria & Abdul
Foto: Universal Pictures

Der beste Grund, sich Stephen Frears historisches Dramolett um die letzte Liebe der britischen Königin Victoria anzuschauen, heißt: Judi Dench. Die große alte Dame des britischen Kinos spielt die fast 70-jährige Monarchin als grundsätzlich mies gelaunte Greisin, bei der schon die Demenz anklopft – und die sich plötzlich verjüngt, als sie für ihren 45 Jahre jüngeren indischen Diener in Leidenschaft entbrennt. Ein indischer Lehrer als Diener am Hofe Ihrer Majestät? Was zunächst sonderbar klingt, beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Freundschaft zwischen Queen Victoria und Mohammed Abdul Karim verarbeitete Shrabani Basu in seinem Buch „Victoria & Abdul: Die Queen und ihr treuester Diener – Eine wahre Geschichte“; Regisseur Stephen Frears („Die Queen“) bringt die Geschichte nun auf die große Leinwand.

London 1887: Anlässlich ihres goldenen Thronjubiläums lernt Queen Victoria (Judi Dench) den jungen Inder Abdul Karim (Ali Fazal) kennen, der ihr zu Ehren extra aus seinem Heimatland angereist ist. Die Queen ist sofort von der offenen, unbekümmerten Art ihres Gastes fasziniert und macht ihn ihn zu einem ihrer zwei indischen Diener. Schnell entwickelt sich zwischen den beiden ein vertrauensvolles Verhältnis, das bei der königlichen Familie sowie den Beratern jedoch auf großes Unverständnis stößt. Insbesondere der Premierminister Lord Salisbury (Michael Gambon) sieht die gesellschaftliche Ordnung des Viktorianischen Zeitalters aufgrund der platonischen Liaison von Königin und Diener außer Kraft gesetzt. Karim lässt sich mit seinem sonnigen Naturell davon allerdings wenig beeindrucken. Vielmehr weiß er die Zuneigung seiner Gönnerin zu seinem Vorteil zu nutzen, sodass er schnell vom einfachen Diener zum persönlichen Lehrer der Queen befördert wird. Fortan unterrichtet er Viktoria, die nicht nur Königin von England, sondern auch Kaiserin von Indien ist, in den Sprachen Hindi sowie Urdu und unterweist sie in indischen Bräuchen. Zudem bringt er ihr so exotische Dinge wie eine Mango nah …

Hauptdarstellerin Judi Dench spielt hier schon zum zweiten Mal in ihrer Karriere die englische Königin Victoria. Ironie dabei: Vor 20 Jahren pflegte sie in „Ihre Majestät Mrs. Brown“ auch eine als unangemessen betrachtete Beziehung zu einem Subalternen, dem Diener ihres verstorbenen Mannes Prinz Albert. In „Victoria & Abdul“ kann die 82-Jährige auf die volle Bandbreite ihres schauspielerischen Könnens zurückgreifen. So gelingt es ihr, das Bild einer einsamen Witwe zu zeichnen, die, von Speichelleckern und Intriganten umgeben und von ihren Kindern enttäuscht, sich einfach nur nach menschlicher Gesellschaft sehnt. Victoria und Abdul sind die dabei Guten, die rassistischen Hofschranzen und Victorias Sohn Bertie (Eddie Izzard) die Bösen – und die kriegen von der Queen immer wieder eins auf den Deckel. Das Prinzip kapiert man gleich zu Beginn, und daran ändert sich auch bis zum Abspann nichts. Ein echtes Vergnügen für Königshaus-Fans und Amüsierfreudige! rr/cap

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Victoria & Abdul
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