FILM

11.22.63 – Der Anschlag

Zwei Minuten braucht Jake Epping (James Franco), um einen Plausch mit seiner Ex zu führen und die Scheidungspapiere zu unterschreiben – dann sitzt er wieder alleine im Diner von Al Templeton (Chris Cooper). Als Al gleich darauf aus der Vorratskammer zurückkommt, hustet er Blut. Die letzten zwei Minuten ist er zwei Jahre lang in der Vergangenheit gewesen, genauer gesagt: im Jahr 1960, inzwischen hat er Krebs. Sein Ziel, den Mord an John F. Kennedy zu verhindern, um die Welt zu einer friedlicheren zu machen, kann er nicht mehr verfolgen.

Ganz klar, Jake soll die Mission übernehmen. Der geht durchs Zeitportal und schaut sich erst mal um, schließlich weiß er, er hat drei Jahre Zeit bis zum Attentat. Der Roman „Der Anschlag“ von Stephen King war Vorlage für „11.22.63“. Obwohl politisch etwas naiv, in den Charakteren manchmal etwas limitiert und oft alle Fünfe gerade sein lassend, was die Konsequenzen einer Zeitreise für die Gegenwart anbetrifft, entwickelt die Serie dennoch ein funktionierendes Eigenleben.

Vor allem für den mutmaßlichen späteren Kennedy-Mörder Lee Harvey Oswald (Daniel Webber) und dessen psychische Probleme nimmt sie sich sehr viel Zeit. So wird aus einer Zeitreisen- plötzlich eine Detektivserie, denn Jake, der um jeden zeitlichen Ablauf der Vergangenheit Bescheid weiß, überwacht Oswald und dessen Mafia- sowie CIA-Umfeld genauestens – bis zum großen Showdown. jw

„11.22.63 – Der Anschlag“ ist auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.