Stefanie Carps Ruhrtriennale startet

Die deutschsprachige Theaterwelt ist ein Jungsclub. Nur rund 25 Prozent aller Inszenierungen werden von Frauen verantwortet, meist kleine Produktionen auf den Nebenbühnen. Noch übler sieht es auf der Leitungsebene aus: Fast alle wichtigen Intendanten sind männlich.

Aber es gibt Hoffnung. Mit der Ruhrtriennale hat das wichtigste Produktionsfestival des Landes ab 9. August eine Frau als Chefin. Stefanie Carp ist eine scharfe Denkerin und gut vernetzte Kunstermöglicherin, anders als ihre Vorgänger allerdings nicht selbst Künstlerin: Die 1956 in Hamburg geborene Carp war Dramaturgin und Kuratorin, unter anderem am Zürcher Schauspielhaus, der Berliner Volksbühne und den Wiener Festwochen.

Ihre erste Ruhrtriennale-Saison bis 23. September allerdings steht unter keinem guten Stern: Schon vorab verwickelte sich die Intendantin in ein Hin und Her um die zunächst eingeladene, dann wegen Antisemitismusvorwürfen ausgeladene, dann doch wieder eingeladene schottische HipHop-Gruppe Young Fathers. Die ihr Konzert schließlich von sich aus absagte, weswegen Carp zunächst vor allem als unsouverän dasteht.