Akua Naru
Katja Ruge

MUSIK

Akua Naru

„For the Ancestors“ – für die Ahnen – steht am Anfang des Videoclips zu „My Mother’s Daughter“, der ersten Single von Akua Narus dritten Album „The blackest Joy“. Aber mit dieser Widmung lässt sich ebenso gut Narus gesamte Karriere überschreiben. Gemeint sind nämlich nicht nur ihre afrikanischen Urahnen – obwohl das Video im westafrikanischen Togo gedreht wurde – sondern auch direktere Vorfahren: Mutter, Großmutter, Onkel und Tanten. Ohne die hätte die kleine Akua nämlich nie zu rappen angefangen und vor allem nicht gelernt, sich für Politik, Feminismus und Bürgerrechte zu begeistern. Das sind die Themen, mit denen sich die erwachsene Akua Naru immer wieder auseinandersetzt. Schon im Studium in Camden, New Jersey hat sie sich mit Rassismus und Ungleichheit beschäftigt. Irgendwann konnte sie die Gewalt in der verarmten Stadt nicht mehr ertragen und ist zu einer Weltreise aufgebrochen, die bis heute andauert. Mittlerweile lebt Akua Naru in Köln – wenn sie nicht gerade auf Tour ist, denn den Beinamen „First Lady of Global HipHop“ trägt sie zu Recht. Wegen ihrer poetisch-politischen Texte, aber auch ihrem selbstbewussten, unaufgeregten Flow sehen sie manche schon als Nachfolgerin der HipHop-Ikone Lauryn Hill. Kollaborationen mit Angelique Kidjo oder Questlove sprechen zumindest nicht dagegen. Wenn das ihre Vorfahren wüssten!