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LITERATUR | Krimitipp

Attica Locke: Bluebird, Bluebird

Zum Texas Ranger wird man nicht allein durch einen Cowboyhut auf dem Kopf, eine 45er im Holster und den Stern auf der Brust. Officer Darren Mathews ist stolz auf seine moralischen Ansprüche und geht ganz in seiner Berufung auf. Als schwarzer Texas Ranger setzt er sich besonders gegen rassistische Hassverbrechen ein. Dass er gerade vom Dienst suspendiert ist, hält ihn da nicht ab, einem Hinweis nachzugehen: In Lark, einem Kaff in Ost-Texas, wurde ein schwarzer Anwalt zusammengeschlagen und ist darauf ertrunken. Der örtliche Sheriff wertet das als Unfall und beschäftigt sich nur mit dem Mord an einer weißen Kellnerin, die wenige Tage später gefunden wird. Mathews trifft auf ein Nebeneinander der Bewohner: Hier ein abgeranztes Café, das Anlaufstelle der Schwarzen ist, dort die Kneipe, in der sich die Rednecks besaufen. Durch seine Befragungen erkennt Darren, dass die Morde mehr als nur rassistische Hintergründe haben. Und er muss hinterfragen, ob seine eigene Weste wirklich so weiß ist, wie er dachte. Attica Lockes mehrfach mit renommierten Krimipreisen ausgezeichneter Südstaatenroman zeigt atmosphärisch eindrucksvoll, wie alltäglicher Rassismus das Leben in Amerika prägt. Und dass sich niemand von Vorurteilen leiten lassen sollte – auch ein Texas Ranger nicht. nh

Attica Locke Bluebird, Bluebird

Polar Verlag, 2019, 280 S., 20 Euro

Aus d. Engl. v. Susanna Mende

 

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