Aus dem Nichts

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Aus dem Nichts

Katja Sekercis Mann und ihr kleiner Sohn sterben bei einem Sprengstoffanschlag. Sekerci hat eine Attentäterin gesehen und glaubt, dass die Täter Rechtsradikale waren, aber die Polizei geht von einem Streit im kriminellen Millieu aus … Fatih Akin ist der talentierteste Genrefilmer Deutschlands, das bewies der heute 44-Jährige schon mit Filmen wie „Kurz und schmerzlos“ (Millieukrimi), „Solino“ (Familientragödie), „Soul Kitchen“ (Komödie) und „The Cut“ (Historiendrama). Die filmische Eleganz aber, mit der Akin in „Aus dem Nichts“ unterschiedliche Genres verknüpft, lässt einem den Mund offenstehen: Der Film beginnt als leichtfüßige MigrationskomödIe, springt zum Krimi, nur um dann eine radikale Kehrtwende zu machen und über eine halbe Stunde lang zur stillen Studie über Trauer und Verlust zu werden. Es folgt ein Gerichtsdrama, bis der Film am Ende zum Rachethriller mutiert.

Neben Akins klug komponiertem Drehbuch sind für diesen Erfolg ebenso die fiebrige, ruhelose Kamera Rainer Klausmanns sowie das durch die Bank klug besetzte Ensemble verantwortlich, allen voran der deutsch-amerikanische Weltstar Diane Kruger mit einer uneitlen Leistung als Katja Sekerci. Der radikale Schluss mag ein wenig unbefriedigt zurücklassen, allerdings: In seiner Beschreibung des Geschehens lehnt sich Akin an die NSU-Terrorserie an, in der Rechtsradikale über Jahre hinweg Männer mit Migrationshintergrund ermordeten. Das Behördenversagen damals sorgte bei vielen Migranten für das Gefühl, vom deutschen Rechtsstaat nichts erwarten zu dürfen. Entsprechend ist Sekercis finaler Akt nur konsequent – auch wenn man sich eine Welt wünschen würde, in der diese drastische Konsequenz nicht nötig ist. fis

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