Die Ausstellung auf St.
Jule K. - Harbour Songs

KUNST | Ausstellung | Hamburg

Ausstellung im Artstore St. Pauli: Harbour Songs & Other Stories

Geschichten begegnen uns überall. Vor allem in der Kunst, aber auch in ihrer Peripherie. Schon die Begrifflichkeiten Kunst, Künstler*in und Kunstwerk stellen Geschichten dar, in denen wir verordnen, welchen Stellenwert Kunst in unserer Gesellschaft hat. Also bewegen sich Künstler*innen im Spannungsfeld zwischen Narrativen: denen ihrer Arbeit, denen über sie.

Der Artstore St. Pauli eröffnet diesen Samstag, den 1. Juni die Ausstellung „Harbour Songs & Other Stories“. Sie stellt die Arbeit dreier Hamburg Künstler*innen nebeneinander: Jule K., Thomas Tannenberg und Bernd Muss.

Ihre Kunst könnte nicht unterschiedlicher sein: Jule K. arbeitet mit Stilelementen aus Comics und Popkultur. Ihre Figuren bewegen sich zwischen Alltagssituationen und Wunschvorstellungen – im Spannungsbogen der Bilder offenbaren sich ihre Erzählungen als mehr als nur Eskapismus. Sie sind eine überlebensnotwendige Methode, die Welt und den eigenen Platz in ihr zu verordnen. Jule K. öffnet diese Möglichkeit durch die Verallgemeinerung ihrer Bilder auf schaubildartige Situationen auch dem*der Betrachter*in.

Jule K. - Queen of Wishes
Jule K. – Queen of Wishes

Thomas Tannenberg realisiert seine Gemälde nicht nach einem Schema. Seine Arbeit changiert zwischen den verschiedensten Methoden und Materialien – Tannenberg verwendet Acryl ebenso selbstverständlich wie Sprühlacke und Tusche. Tannenbergs Werke sind vielschichtig und erschließen sich nicht auf den ersten Blick: So wie er Materialien miteinander mischt, verlaufen in seiner Arbeit auch Motive ineinander, parallelisieren sich und stoßen aufeinander. Seine Szenen sind von Ambiguität geprägt, und spiegeln die vielfältigen Deutungspotenziale wider, die ein und dieselbe Situation in sich birgt.

Thomas Tannenberg - Ohne Titel
Thomas Tannenberg – Ohne Titel Foto: Thomas Tannenberg

Bernd Muss hat ein besonderes Verhältnis zu Geschichten. Muss ist neben seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler auch Tätowierer und macht es damit zu seinem Tagesgeschäft, die Geschichten und persönlichen Symbole seiner Kund*innen zu bündeln. In seiner Arbeit widmet er sich den Erzählungen, die ihn selbst faszinieren, und erweckt maritime, anachronistische Motive durch eine Vielzahl an Medien zum Leben.

Bernd Muss - Ohne Titel
Bernd Muss – Ohne Titel

Im Anschluss an die Ausstellung – weiterhin im Zeichen von Erzählungen – veranstaltet der Artstore am 6. Juni außerdem eine Lesung mit den Autor*innen Kirsten Rick und Alexander Bosch.