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Foto: Rolf Arnold

THEATER

Berliner Theatertreffen

Die zehn „bemerkenswertesten“ Inszenierungen der zu Ende gehenden Saison sind dieses Jahr nur acht. Ulrich Rasches bildgewaltige Münchner Inszenierung von Schillers „Räubern“ wurde zwar fürs Berliner Theatertreffen ausgewählt, das aufwendige Bühnenbild aber ließ sich nicht vom Residenztheater auf eine Berliner Bühne transferieren. Und Johan Simons’ „Schimmelreiter“ vom Hamburger Thalia kann wegen einer Erkrankung im Ensemble nicht gezeigt werden.

Das ist das Problem beim Theatertreffen, das noch bis 21. Mai läuft: Eine immer stärker differenzierte Theaterlandschaft lässt sich durch eine klassische Elitenschau in der Hauptstadt kaum noch abbilden. Davon abgesehen kann man der Jury dieses Jahr aber nicht vorwerfen, dass sie diese Abbildung nicht doch redlich versucht hätte: Eingeladen sind die Provinz ebenso wie die Metropolenbühnen, der Blick geht ins deutschsprachige Ausland, und auch die freie Szene wird gewürdigt. Einzig die Tatsache, dass gerade mal eine der eingeladenen Inszenierungen von einer Frau stammt (Claudia Bauers hier abgebildetes „89/90“ vom Schauspiel Leipzig), wirkt im Jahr 2017 seltsam anachronistisch.

Davon abgesehen aber: ein guter Jahrgang. Aber man solte mal wieder nach München und nach Hamburg fahren, „Die Räuber“ und „Der Schimmelreiter“ schauen.