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FILM

Best of Eric Rohmer

Gern wird behauptet, der französische Dialogfilmkünstler Éric Rohmer habe in über 50 Jahren immer wieder nur ein und denselben Film gedreht. Oberflächlich betrachtet mag das zutreffen: In fast allen Filmen Rohmers geht es um Menschen, die zufällig aufeinandertreffen, sich vielleicht verlieben und sehr viel reden; es geht um die Unwägbarkeiten der Gefühle, um die Rollen, die wir im Alltag spielen, um Kunst, um Moral, um all die Widersprüchlichkeiten des menschlichen Daseins.

Viele finden das langweilig. Dabei ist es doch genau das, was ein Œuvre ausmacht: die Wiederkehr von Themen, die Beständigkeit von Stilistiken. Und wer genau hinschaut- und hört, wird im unvergleichlich hellsichtigen und feinsinnigen Œuvre Éric Rohmers das halbe Leben finden. Rohmer hat seine Filme meist in thematische Zyklen gefasst, deshalb wäre eigentlich eine Veröffentlichung angebracht, die seinen Veröffentlichungsrhythmus berücksichtigt. Dass somit auch großartige Filme wie „Die Frau des Fliegers“ in Deutschland weiterhin unveröffentlicht bleiben, ist schade.

Als Einstieg in Rohmers wunderbares Universum des Alltäglichen ist die Box, die insgesamt zehn Filme aus 40 Schaffensjahren enthält, aber natürlich uneingeschränkt empfehlenswert. Aus sämtlichen Zyklen – „Moralische Erzählungen“, „Komödien und Sprichwörter“, „Erzählungen der vier Jahreszeiten“ – sind Filme enthalten, und die sind trotz der etwas willkürlichen Auswahl natürlich allesamt großartig. Die Kollektion spannt dabei einen Bogen von Eric Rohmers Kinodebüt „Im Zeichen des Löwen“ (1959) bis hin zu seinem Werk der späten 90er-Jahre („Sommer“, „Herbstgeschichte“). (sb)

Das „Best of Eric Rohmer“ ist auf DVD im Handel erhältlich.