KUNST | Bad Homburg: Museum Sinclair-Haus, bis 16. Juni

Chiharu Shiota

Chiharu Shiotas Kunstwerke sind anziehend, man möchte sie anfassen, die einzelnen Fäden spüren, sich in ihnen verheddern, bis man ebenso schwerelos darin hängt wie die Briefe, Boote oder Notenblätter, die die japanische Künstlerin in langer Fisselarbeit mit ihren Netzen verwebt. Shiota hat ihre künstlerische Ausdrucksform gefunden, nachdem sie lange Zeit ganz klassisch Malerei studierte, mit der Form und Technik kämpfte, aber doch nie ganz zufrieden war. Ihr Studium schloss sie schließlich bei Marina Abramovic in Berlin ab, was zur Folge hatte, dass fortan ihr Körper und der Raum zu ihrer Spielwiese wurden. Bis zu 800 Kilometer Wolle verarbeitet Shiota für ihre Installationen, die Alltagsgegenstände wie ein ausgebranntes Klavier, ein Bett oder handgeschriebene Briefe mit ihrer Umgebung verweben und eine Art labyrinthisches Erinnerungstagebuch entstehen lassen. Bei der Biennale in Venedig 2015 bespielte Chiharu Shiota den japanischen Pavillon, nun kommt sie mit der Ausstellung „Chiharu Shiota. Gedankenlinien“ vom 31. 3. bis 16. 6. nach Bad Homburg.